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StartseiteVerbrauchertippBanking-Apps sorgfältig auswählen18.09.2018

Mobile BankgeschäfteBanking-Apps sorgfältig auswählen

Schnell unterwegs den Kontostand abfragen oder eine Überweisung tätigen - genau das versprechen Banking-Apps. Die Auswahl ist groß - die Qualitätsunterschiede auch. Wer sich für eine solche App entscheidet, sollte daher auf einige wichtige Aspekte achten.

Von Dieter Nürnberger

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Banking App Icons auf einem Smartphone, Vereinigtes Königreich (imago / Imagebroker / Simon Belcher)
Viele Banking-Apps drängen auf den Markt. Welche die besten sind, hat Stiftung Warentest getestet (imago / Imagebroker / Simon Belcher)
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Banking-Apps Kostenlose Konten aus dem Ausland

Mobile Banking Was taugen spezielle Smartphone-Girokonten?

Banking Apps Bankfiliale in der Hosentasche

Vor drei Jahren untersuchte die Stiftung Warentest erstmals Banking-Apps. Damals steckten viele Modelle sozusagen noch in den Kinderschuhen, doch inzwischen hat sich gerade in Sachen Benutzerfreundlichkeit einiges getan - und auch der Funktionsumfang ist größer geworden. Die Anforderungen der aktuellen Untersuchung: Mit einer Banking-App sollte sich mindestens ein Girokonto führen lassen, zudem Überweisungen und auch Einsicht in die Kontobewegungen der letzten drei Monate möglich sein. Schon dabei hatten einige Banking-Apps Probleme, sagt Warentester Timo Halbe.

"Bei der "Targobank" war es beispielsweise so, dass in beiden Apps - also für iOS und auch für Android - keine Überweisungen in das Euro-Ausland möglich waren. Die "Postbank"-Apps haben beispielsweise sehr wenige Möglichkeiten angeboten, Überweisungen zu erleichtern. Da gab es nur die Möglichkeit, einen QR-Code einzuscannen. Um auf diese Art dann die Überweisungsdaten einer Rechnung sozusagen in die digitale Überweisungsvorlage zu bekommen. Das Problem ist aber, dass diese QR-Codes noch nicht so verbreitet sind.

Nur die Hälfte der Apps sind werbefrei

Die meisten Banking-Apps werden kostenlos angeboten. Allerdings war nur knapp die Hälfte der untersuchten 38 Apps komplett werbefrei. Gut zu wissen: Die Smartphone-Nutzer sind bei einer Banking-App nicht an ihre Hausbank gebunden, sie können sich eine passende aussuchen. Bei vielen Apps lassen sich außerdem auch Konten mehrerer verschiedener Banken gleichzeitig einbinden.

Hilfreich: Fotoüberweisung

Von den 38 untersuchten Banking-Apps bekamen zwölf eine gute Bewertung. Die Hauptunterschiede betreffen den Funktionsumfang der Applikationen: Manche machen es dem Kunden wirklich einfach, eine Überweisung zu tätigen. Hilfreich, sagt Timo Halbe, ist beispielsweise die Funktionen der Fotoüberweisung.

"Bei der man ein Foto der Rechnung macht und dann die Überweisungsdaten wie IBAN und den Empfänger und so weiter automatisch eingetragen werden. Ähnlich funktioniert auch der sogenannte PDF-Import von Rechnungen: Wenn man also eine Rechnung per Email bekommen hat, dann kann man sie einfach in die App importieren. Auch diese wird dann ausgelesen und der Algorithmus erkennt genau die Überweisungsdaten."

Wichtiger Punkt Sicherheit

In Punkto Sicherheit geht die Stiftung Warentest davon aus, dass mobiles Banking per App genauso sicher ist wie Onlinebanking. So werde beispielsweise eine sichere Verbindung mit dem Bankserver hergestellt. Bei keiner der untersuchten Apps konnten etwa Transaktionsdaten von Dritten ausgelesen werden. Dennoch sollten Nutzer natürlich sensibel agieren.

"Nutzer sollten auf jeden Fall ihre Banking-App und auch ihr Betriebssystem immer auf den neuesten Stand halten. Die Banking-Apps selbst sollten auf jeden Fall auch aus den offiziellen Stores bezogen werden. Wichtig wäre auch noch, dass man Überweisungen nicht unbedingt in öffentlichen WLAN-Netzwerken durchführt. Das ist auch etwas unsicherer."

Allerdings wurden in rund der Hälfte der Fälle auch Daten versendet, die für den Betrieb der Banking-App nicht nötig sind. Dadurch kann beispielsweise das verwendete Handy eindeutig identifiziert werden.

Interessant: Trotz vieler neuer Banking-Apps am Markt, ist der Testsieger der gleiche wie vor drei Jahren: Warentester Timo Halbe:

"Testsieger bei unserer Untersuchung war - sowohl auf dem Betriebssystem Android und auch auf dem Betriebssystem iOS - die App der "Sparkasse". Ebenfalls gut abgeschnitten haben die Apps von "Finanzblick", "Banking 4" und auch "Outbank". Die drei letztgenannten sind alles Drittanbieter, also keine Banken. "Outbank" beispielsweise stammt vom Vergleichsportal "Verivox".

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