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StartseiteVerbrauchertippWas taugen spezielle Smartphone-Girokonten?20.06.2018

Mobile BankingWas taugen spezielle Smartphone-Girokonten?

Überweisungen von unterwegs tätigen, im Ausland eben mal den Kontostand checken – das versprechen Anbieter mobiler Smartphone-Konten. Doch wer sich bei Bankgeschäften nur auf sein Handy verlässt, trägt auch zusätzliche Risiken.

Von Susanne Lettenbauer

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Verschiedene Banking-Apps auf einem Smartphone.  (imago stock&people)
Mithilfe einer Banking-App kann auch vom Smartphone aus auf das Konto zugegriffen werden. (imago stock&people)
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Viel braucht man nicht für ein mobiles Girokonto: Vor Marc Mumm liegt ein Smartphone auf dem Tisch, daneben eine Mastercard. Mumm hat für Telefónica das O2 Smartphone-Konto entwickelt. Auf seinem Handy ist die Banking-App installiert:

"Der Login ist ziemlich einfach: Das ist mit einem Fingerprint. Das heißt, ich habe einfach nur meinen Fingerprint zum Authentifizieren. Das heißt, eine ganz einfache Nutzerführung. Man hat hier einen zentralen Überblick über seinen Kontostand, man sieht sofort, was ich noch verfügbar habe, sehe meine letzten Transaktionen, kann in die Details springen."

Ein mobiles, kostenloses Konto für jeden ab 18 Jahren

Vom Mobile Banking für Globetrotter, Backpacker und alle, die kein normales deutsches Girokonto haben oder ein weiteres eröffnen möchten, versprechen sich derzeit vier Anbieter in Deutschland viel: die Berliner Direktbank N26 ist zurzeit Marktführer*, ein entsprechendes Kontomodell gibt es von der Frankfurter Direktbank 1822, von Telefónica das O2-Banking in Kooperation mit der Münchner Fidorbank und das bankomo-Modell von der Reisebank. Andere Unternehmen wie zum Beispiel die Sparkassen wollen nach ersten Versuchen mit dem yomo-Modell erst 2019 einsteigen.

Alle Anbieter sind dabei als ganz normale Banken zugelassen und unterliegen den üblichen Vorgaben. Grundsätzlich seien die Konten deshalb sicher, erklärt Verbraucherschützer Sascha Straub:

"Also Banken, die in Deutschland in diesem Bereich tätig sind, sind alle ganz vergleichbar mit den Banken, die schon da sind, also Filialbanken, denn die Anforderungen sind ja dieselben."

Das Versprechen der Anbieter: Ein mobiles, kostenloses Konto für jeden ab 18 Jahren mit Wohnsitz in Deutschland, teilweise ohne Schufa-Abfrage, nutzbar im In- und Ausland. Zusätzlich gibt es zum Geldabholen und Bezahlen jeweils noch eine Kreditkarte, meist eine Master- oder Visacard. Keine klassische Kreditkarte, sondern eine Debitcard, bei der ähnlich wie bei EC-Karten zeitnah abgerechnet wird, was eine Kontoüberziehung verhindern soll.

Für die Konto-Eröffnung muss man sich einmalig mit dem Personalausweis oder Reisepass registrieren lassen. Das geht entweder über das klassische Postident-Verfahren in einer Postfiliale oder über das neue Video-Ident-Verfahren, mit einer Art Videochat direkt über das Smartphone.

"Ein Klumpen Risiko"

Verbraucherschützer und IT-Sicherheitsexperten kritisieren an den Smartphone-Konten, dass hier alle Funktionen und Sicherheitsfeature nur auf einem Gerät gespeichert sind:

"Alles ist auf dem Smartphone vereint. Ich löse nur noch Käufe aus über mein Smartphone online, ich habe meine Bankverbindung dort, letztendlich wickele ich meine ganze Kommunikation darüber ab. Das ist ein Klumpen Risiko."

Die Anbieter versuchen zu beruhigen: Das Konto müsse beim Verlust des Smartphones eben sofort gesperrt werden:

"Konto wird gesperrt, Karte wird gesperrt. Ab dem Moment kann nichts mehr gemacht werden. Das heißt, es sind keinerlei Transaktionen möglich."

Wer klassische Kontoauszüge braucht, kann sie über den zusätzlich angebotenen, klassischen PC-Onlinezugang einsehen und herunterladen. Manche Funktionen gibt es aber tatsächlich nur über das Handy, betont Verbraucherschützer Straub. Dazu gehören Überweisungen und auch die Möglichkeit, kleinere Geldbeträge von Handy zu Handy zu schicken.

*Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Beitrags wurde an dieser Stelle eine Anzahl von Kunden genannt, die laut Aussagen des Unternehmens jedoch veraltet ist und deshalb entfernt wurde. Auch das Audio des Beitrages wurde dementsprechend geändert.

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