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StartseiteKultur heuteZwischen Romantik und Aberglauben27.07.2018

MondmetaphorikZwischen Romantik und Aberglauben

Seit jeher fasziniert der Mond die Menschen. Unser Bild von ihm sei besonders durch die deutsche Romantik geprägt, aber auch in allen anderen Kulturen wecke er Neugier und Fantasien, sagte der Schriftsteller Joachim Kalka im Dlf. Ob "kosmische Leiche" oder "verführerische Frau" - der Mond könne alles sein.

Joachim Kalka im Gespräch mit Michael Köhler

Ein Mann betrachtet den Mond, aufgenommen in der spanischen Sierra de Gredos (imago/Westend61)
Mondbetrachtung (imago/Westend61)
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Der Mond gehört zum Inventar der Erde, sagt der Schriftsteller Joachim Kalka. Er steht über Baumkronen, sein Licht verfängt sich im Gebüsch - das alles wird seit Jahrhunderten besungen und gemalt. Vor allem romantische Landschaftsbilder und -schilderungen beziehen sich auf den Mond. Das heißt aber nicht, dass er ein speziell deutsches Sehnsuchtsbild darstellt, auch wenn Wilhelm Raabe vom "deutschen Mond" sprach. Überall in der Welt gibt es die romantische Verliebtheit in den Mond - wir sind in universeller Gesellschaft, konstatiert Kalka.

Gefährliches Mondlicht

Dabei kann der Mond alles Mögliche sein: Für die einen ein Gesteinsbrocken, für die anderen die Verkörperung einer schönen Frau. In den meisten Kulturen ist der Mond weiblich, und Kalka fragt sich, wie es sich wohl auf unsere Wahrnehmung auswirkt, dass es in der deutschen Sprache anders ist.    

Auch eine alte Assoziation von Mond und Wahnsinn schlägt sich sprachlich nieder: im englischen Wort "lunatic". Dem liegt, so Kalka, die Vorstellung zugrunde, dass das Mondlicht, besonders wenn man zu lange hineinguckt, "verrückt" mache. Dass das Mondlicht unsere Wahrnehmung der Realität verändert, "das kann nicht ungefährlich sein, sagte sich das Volk". Und Schlafwandler gelten ja als vom Mond geleitet: "Man darf sie nicht anrufen, sonst stürzen sie vom Dach."

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