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Mondsichel bei Saturn und CassiniHübsches Treffen am Morgenhimmel

Morgen früh gegen 6 Uhr steht die Mondsichel am Südosthimmel. Etwas rechts unterhalb von ihr leuchtet der Ringplanet Saturn, um den die Raumsonde Cassini kreist – noch. Das Cassini-Team bereitet mit viel Aufwand das planmäßige Ende der Mission in knapp sieben Monaten vor.

Von Dirk Lorenzen | 20.02.2017

Ein Blick auf die Saturnringe, die hier nur streifend von der Sonne beleuchtet werden.
Die Raumsonde Cassini erforscht derzeit vor allem die Ringe des Saturn. (NASA)
Mit einer Bahnänderung Ende November haben die Forscher die Raumsonde noch einmal auf einen besonders interessanten Kurs geschickt. Cassini fliegt jetzt hoch über die Pole des Planeten hinweg und stößt alle sieben Tage durch die Ringebene. 20-mal soll die Raumsonde den Rand der Hauptringe erkunden.
Aus Sicherheitsgründen fliegt Cassini nicht direkt durch die Ringe – das Kollisionsrisiko mit Eisbrocken wäre zu groß. Zwar endet die Mission wegen des zu Neige gehenden Treibstoffs im Herbst ohnehin, aber natürlich will niemand die Raumsonde vorher in Gefahr bringen. Denn kurz vor dem Ende wird Cassini die Forscher noch einmal mit exzellenten Daten beliefern. Instrumente an Bord sollen Staub- und Eiskörner sowie Gasteilchen am Rand der Ringe einfangen und an Bord analysieren.
Linda Spilker, die NASA-Projektwissenschaftlerin, spricht davon, dass Cassini nun den Ring "abgrase". Zudem geht es in den kommenden Monaten um einzigartige Nahaufnahmen der Ringe und der kleinen Monde an deren Rand.
Nach fast zwanzig Jahren im All und mehr als dreizehn Jahren in der Saturnumlaufbahn wird Cassini Mitte September in den Planeten gelenkt und in den Saturnwolken verglühen. Bis dahin überholt der Mond noch achtmal den Planeten mit der erfolgreichen Sonde – so wie morgen früh am Südosthimmel.