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StartseiteSternzeitDie Venus, das Leben und die Vulkane09.09.2021

Mondsichel beim Abendstern Die Venus, das Leben und die Vulkane

Heute und morgen leistet die dünne Mondsichel der Venus Gesellschaft. Die beiden zeigen sich kurz nach Sonnenuntergang tief am Südwesthimmel. Schon eine Stunde nach der Sonne verschwindet auch die Venus unter dem Horizont. Aber die Venus ist offenbar viel interessanter als lange gedacht.

Von Dirk Lorenzen

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Kurz nach Sonnenuntergang zeigen sich die Venus und die schmale Mondsichel tief im Südwesten  (Stellarium)
Kurz nach Sonnenuntergang zeigen sich die Venus und die schmale Mondsichel tief im Südwesten (Stellarium)

Voriges Jahr sorgte die mögliche Entdeckung von Phosphan in der Venusatmosphäre für großes Aufsehen. Denn dieses Gas kann das Stoffwechselprodukt von Mikroben sein – also ein Indiz für Leben. Die Fachwelt diskutiert noch immer über das Venus-Phosphan. Manche zweifeln die Beobachtung an und halten sie für einen Messfehler. Da das Phosphan – wenn überhaupt – nur in sehr geringen Mengen in der Venusatmosphäre vorkommt, ist so etwas immer möglich. Allerdings haben zwei Teleskope in Chile und Hawaii das Gas registriert – das spricht gegen einen simplen Messfehler.

Womöglich sind die Vulkane (dieses Radarbild des acht Kilometer hohen Maat Mons zeigt die Höhen stark übertrieben an) auf der Venus noch aktiv und stoßen viel Gas in die Atmosphäre aus. (Magellan / NASA)Womöglich sind die Vulkane auf der Venus noch aktiv und stoßen viel Gas in die Atmosphäre aus (Magellan / NASA)

Andere Fachleute bezweifeln, dass das Gas wirklich auf Leben deutet. Eine Gruppe um Ngoc Truong von der Cornell-Universität in den USA vermutet einen geologischen Ursprung des Phosphans. Demnach entsteht es, wenn gewaltige Vulkanausbrüche Gasmassen in die Atmosphäre schleudern. Da Phosphan leicht zerfällt und sich nicht lange in der Atmosphäre halten kann, müssen entweder ständig Mikroben das Gas nachliefern – oder es brechen immer wieder Vulkane aus. Die Venusoberfläche ist sehr jung und zeigt nur wenig Einschlagkrater, wie Radaraufnahmen zeigen. Das spricht dafür, dass immer wieder Lava die Oberfläche überdeckt.

Die Venus ist offenbar viel interessanter als lange gedacht – entweder gibt es dort Leben oder viele Vulkane.

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