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StartseiteVerbrauchertippTipps gegen unerwünschtes Grün10.10.2018

Moos auf dem HausdachTipps gegen unerwünschtes Grün

Moos auf dem Dach ist vielen Hausbesitzern ein Dorn im Auge. Der Kampf gegen den grünen Belag ist für manche Firmen schon zum Geschäftsmodell geworden. Doch nur in wenigen Fällen ist der Bewuchs für die Dachpfannen schädlich.

Von Detlev Karg

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Moos wächst auf einem Dach an der Schaumburg (Niedersachsen) (dpa/ picture alliance/ Julian Stratenschulte)
Moos auf dem Dach ist in der Regel unschädlich, manche Hausbesitzer mögen seinen den Anblick trotzdem nicht (dpa/ picture alliance/ Julian Stratenschulte)
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Zunächst einmal: Dem Moos kann man prinzipiell nicht entgehen. Denn Moos vermehrt sich durch Sporen, die in der Luft verwirbelt werden. Als erste Maßnahme zahlt sich die eigene Gartenpflege aus. Denn je mehr Moos im eigenen Garten wächst, desto mehr Sporen werden sich auf dem Dach niederlassen. Zudem spielt auch der Regen eine Rolle, sagt der Lübecker Gartenbautechniker Jörg Baumann:

"Also, Moos auf dem Dach entsteht vor allem auf der Nordseite wesentlich mehr, weil da die Schattenseite ist. Moos entsteht zudem, wenn der pH-Wert niedrig ist. Also unter 6 bis 6,5, das ist der pH-Wert des Regens, dadurch entsteht hauptsächlich das Moos."

Glasierte Pfannen bei neuen Dächern wählen

Was also tun? Wer ein älteres Dach sein eigen nennt, kann es erneuern und dabei gleich auf glasierte Dachpfannen setzen. Das Moos findet auf der glatten Fläche keinen Halt. Eine weitere, etwas kostenintensivere Maßnahme: Der Dachdecker setzt im Dachfirst außen ein Kupferband über die gesamte Dachlänge ein. Die Ionen des Kupfers verhindern das Ausbreiten von Moos oder lassen es absterben. Wichtig: Dann müssen auch die Regenrinnen aus Kupfer sein, Zinkrinnen würden korrodieren. Für viele Hausbesitzer ist Moos auf dem Dach zwar meist eher ein optisches Ärgernis. Doch muss man sich ab einem gewissen Befall Sorgen machen? Dazu der Zimmermeister Dieter Dejus aus Lübeck:

"Jein, also im Regelfall nicht. Aber wenn es drastisch überhand nimmt, greift es die Pfanne an. Und die Pfanne neigt dann dazu, Wasser zu ziehen, und dann kann man zwangsläufig Feuchteeintritte bekommen."

Feuchte Dachstühle und Mauern können die Folge sein. Bei normalen Dächern, die vergleichsweise steil abfallen, läuft das meiste Wasser dann zwar weiter ab. Bei flacheren Dächern kann es aber je nach Alter der Dachpfannen, zu Problemen kommen:

"Bei flachen Dachneigungen kann es sein, dass es auch einmal reintropft. Heute haben wir ja meist Unterdächer, so dass das nicht mehr so vorkommt. Aber bei alten Häusern, die seit 60 Jahren und länger eine Eindeckung haben, da kann das durchaus schon mal passieren."

Auf die Bepflanzung im Garten achten

Bei starker Vermoosung, und wenn ein Haus generell saniert wird, sind also neue Dachpfannen, am besten mit Glasur, die richtige Wahl. Ein erster Schritt kann aber auch sein, zu nahe stehende Bäume am Haus zu entfernen, sagt Gartenbautechniker Jörg Baumann. Denn aus falsch verstandener Liebe zum Grünen stünden oft ausgewachsene Bäume direkt am Haus

"Davon rate ich immer ab, dass große Waldbäume in der Nähe des Hauses stehen. Große Bäume haben in der Nähe von Häusern nichts zu suchen. Und da gibt es ja viele Pflanzsünden aus den siebziger Jahren: Rotfichten, Kiefern, Tannen, also Laubbäume gehen noch, so ganz eben. Aber alle Koniferen sind am Haus ganz problematisch."

Der Grund dafür liegt auf der Hand: Nadelbäume sind ganzjährig grün und bringen damit Schatten und Kühle, die das Mooswachstum zusätzlich ankurbeln. Der Kampf gegen das Moos ist für manche Firmen inzwischen auch zum Geschäftsmodell geworden: Oftmals finden Hausbesitzer deshalb in ihrem Briefkasten Werbung für eine Reinigung ihres Daches oder eine spezielle Anti-Moos-Beschichtung. Doch hier gibt es einen großen grauen Markt. Deshalb rät Zimmermeister Dieter Dejus:

"Wenn zu viel Moos da ist, kann man das natürlich mechanisch entfernen, oder mit einem Hochdruckreiniger. Es gibt qualifizierte Dachdeckerbetriebe, die das machen. Das ist auch gut. Aber man muss definitiv darauf achten, dass im Nachhinein die Pfanne wieder versiegelt wird. Ansonsten hat man im nächsten Jahr noch mehr Moos auf dem Dach!"

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