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StartseiteDas Feature"Er arbeitete umsichtig und gewissenhaft"07.09.2018

Mord im Krankenhaus"Er arbeitete umsichtig und gewissenhaft"

Im Arbeitszeugnis für Niels Högel stand: "In kritischen Situationen handelte er überlegt und sachlich richtig." So schrieb das Klinikum Oldenburg im Jahr 2002. Kurz zuvor war ihm wegen Mordverdachts gekündigt worden. Wieso verhinderte niemand, dass er danach im Klinikum Delmenhorst weiter mordete?

Von Rosvita Krausz

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Eine Pflegeperson kommt aus einem Stationszimmer im Krankenhaus.  (dpa / Wolfram Kastl)
Warum werden Pflegekräfte zu Mördern ihrer Patienten? (dpa / Wolfram Kastl)
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Mariya Tüter leidet bis heute an Depressionen und Panikattacken. Gegen seinen Willen brachte sie ihren Mann in die Delmenhorster Klinik, dort fiel Adnan Tüter dem Krankenhausmörder Niels Högel zum Opfer. Andrea Wenneker aus Bremen-Brinkum verlor ihren Vater Johann Wehrenberg. Gleich dreimal hintereinander spritzte Högel ihm das tödliche Gift. Jürgen Röpel, Gebäudemanager aus Bremen, wurde erst zwölf Jahre nach dem Tod seiner Mutter Renate von der Kripo mitgeteilt, dass sie ermordet wurde.

An kaum einem anderen Ort ist der Mensch dem Wohlwollen anderer so ausgeliefert wie im Krankenhaus.

Doch immer wieder werden Pflegekräfte zu Mördern ihrer Patienten. 1986 die Krankenschwester Martina R. in Wuppertal. 2006 der Pfleger Rainer L. in Gütersloh. 2016 die Hebamme Regina K. in München. Der bereits zu lebenslänglicher Haft verurteilte Rettungssanitäter Niels Högel, der auf der Intensivstation des Krankenhauses Delmenhorst und vorher in Oldenburg tötete, steht ab Ende Oktober 2018 erneut vor Gericht. 120 Nebenkläger wollen in dem Prozess erfahren, wie ihre Angehörigen ums Leben kamen. Für diese Taten wird Högel erst 18 Jahre nach dem ersten Mord zur Verantwortung gezogen.

Warum haben so viele Vorgesetzte und Kollegen weggesehen, warum blieb die Justiz so lange untätig? Und wie leben die Angehörigen der Opfer damit?

Produktion: Dlf 2018

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