Sonntag, 12.07.2020
 
StartseiteVerbrauchertippViel Zucker in Fertigmischungen 15.06.2020

MüsliViel Zucker in Fertigmischungen

Schnell gemacht, preisgünstig und gesund: Müsli hat einen guten Ruf, und viele Menschen starten damit in den Tag. Doch nicht jedes Müsli ist nahrhaft und gut für den Körper. Besonders bei Fertigmischungen lauern Zucker- und Fettfallen.

Von Margret Bielenberg

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Müsli fällt von einem Löffel in eine Schalte mit Milch (picture alliance / Zoonar.com / Jiri Hera)
Müslimischungen enthalten oft auch Dinge, die gar nicht so gesund sind (picture alliance / Zoonar.com / Jiri Hera)
Mehr zum Thema

Gesundheit von Schülern Fehlendes Frühstück, zu viele Energy-Drinks

Ernährung als Statussymbol Du bist, was du isst

Dauerhaft abnehmen Gesunde Ernährung und/oder Diät?

Knusper-, Früchte- oder sogenannte Sportmüslis – es gibt die unterschiedlichsten Müslimischungen. Sie liefern Mineral- und Ballaststoffe, Kohlenhydrate und Vitamine, sagt Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg und lobt unter anderem den Getreideanteil. 

"Auf jeden Fall viel B-Vitamine, die wichtig sind für unser Nervensystem, dann auf jeden Fall auch Vitamin C."

Trockenobst statt Zucker

In sehr vielen Müslimischungen ist Trockenobst enthalten wie beispielsweise Rosinen oder Beeren. Die süßen das Müsli und man kann auf zusätzlichen Zucker verzichten.

"Dann hat man ja über das getrocknete Obst auch Mineralstoffe und Vitamine, die man da aufnimmt, andere bevorzugen frisches Obst. Einige mischen auch, je nach Geschmack. Ich denke, da gibt es viele Möglichkeiten, da kann man nicht sagen, das eine ist besser, das andere schlechter."

Nüsse sind gesund - und kalorienreich

Gute Müslimischungen enthalten in der Regel viel Getreide wie beispielsweise Haferflocken und als Ergänzung ein paar Nüsse, sagt die Ernährungswissenschaftlerin. Die sind wegen der ungesättigten Fettsäuren sehr gesund, aber auch besonders kalorienreich. 100 g Nüsse entsprechen etwa einer vollständigen Mittagsmahlzeit.

"Das heißt, wer ein bisschen Gewichtsprobleme hat, sollte nicht zu viele Nüsse nehmen. Sehr gesund ist es zum Beispiel, jeden Tag zwei Walnüsse zu essen, weil die Omega3-Fettsäuren in großen Mengen darin vorkommen."

Vorsicht bei Aroma- und Zuckerersatzstoffen

Viele Fertigmischungen enthalten zusätzliche Aromastoffe. Die verleiten dazu, mehr zu essen als der Körper braucht, sagt Silke Schwartau. Hinzu komme, dass manchmal Vollkorn fehle und zu viel Zucker enthalten sei. Steht der nicht auf der Zutatenangabe, bedeutet das nicht, dass das Müsli zuckerfrei ist. Häufig sind Zuckerersatzstoffe enthalten, die das Müsli genauso süß machen.  

"Zu den Zuckerersatzstoffen gehört hauptsächlich Fructose und Fructosesirup-Verbindungen, die können zur Verfettung der Leber führen, sind also gar nicht gesund. Deswegen sollte Fructose gar nicht enthalten sein. Nur eben in Form von Obst, was man selbst dazu schneidet oder was in Form von getrockneten Rosinen oder Mangos schon enthalten ist."

Selbst mischen statt Fertigprodukte

Gerade bei Fertigmischungen, die mit Sport- und Fitnessbildern werben, sollten Verbraucher skeptisch sein und die Inhaltsliste genau lesen. Entdeckt man zu viel Zucker oder wünscht sich andere Zutaten, sollte man sich sein Müsli selbst zusammenmischen. So wie zum Beispiel Studentin Anna.

"Eigentlich kauf ich mir die Zutaten eher einzeln, damit man immer was Unterschiedliches machen kann. So Haferflocken, verschiedene Körner, Leinsamen zum Beispiel, dann das Öl, das Obst, Walnüsse oder sowas. Und manchmal so eine Biomischung."

"Bio" nicht automatisch gesünder

Solche Mischungen sind allerdings nicht unbedingt gesünder, nur weil "Bio" drauf steht, sagt die Verbraucherschützerin. Zwar sei das Getreide dann ökologisch angebaut, doch ein Bio-Knuspermüsli könne genauso viel Zucker haben wie ein herkömmliches Knuspermüsli.

"Sind eben durch Fett und Zucker knusprig gemacht. Man kann ja auch ein bisschen Knuspermüsli in sein normales Müsli reinschütten, dann hat man diesen Geschmack. Aber so ganz unverdünnt jeden Morgen Knuspermüsli, das würde ich nicht empfehlen."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk