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StartseiteVerbrauchertippMundwasser richtig anwenden03.04.2019

Mund- und ZahnhygieneMundwasser richtig anwenden

Mundgeruch beseitigen, Karies- und Zahnfleischvorsorge sichern, Keime im Rachen reduzieren - mit einer Mundspülung lassen sich diese Probleme mindern. Einen Alleskönner gibt es unter den Mundwassern jedoch nicht.

Von Susanne Kuhlmann

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Zahnputzbecher mit Mundspülung in einer Flasche (imago / photothek / Ute Grabowsky)
Hauptwirkstoff der Mundspülungen zur Kariesvorsorge ist Fluorid. Dass es die Zähne schützt, ist wissenschaftlich belegt. (imago / photothek / Ute Grabowsky)
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Mundwasser für frischen Atem, Mundwasser als Vorsorge gegen Karies und Zahnfleischerkrankungen und Mundwasser, das kurzfristig die Keime in der Mundhöhle reduzieren soll – es gibt drei Arten von Mundspüllösungen.

"Die Atem erfrischenden, wenn man meint, man hat einen schlechten Atem, kann man das machen, muss aber wissen, man verbessert nichts. Die Produkte haben Aromen, die übertünchen, gehen aber nicht auf den Grund, warum es Mundgeruch gibt."

Der Zahnarzt Dr. Jürgen Zitzen ist bei der Zahnärztekammer Nordrhein zuständig für Öffentlichkeitsarbeit. Mangelnde Mundhygiene, Zahnprobleme oder zu wenig Speichelbildung sind häufige Ursachen für Mundgeruch, und der verschwindet erst, wenn das Problem beseitigt ist.

Hauptwirkstoff Fluorid

"Ich benutze Mundwasser abends, und ich benutze es, um meine Zwischenräume zu desinfizieren. Ich nehme immer ein mildes Mundwasser."

Damit umspült Christine Colette ihre Zähne jeden Abend etwa eine halbe Minute lang. In der Drogerie und im Supermarkt werden neben den atemerfrischenden Produkten noch die zur Kariesvorsorge angeboten.

"Die helfen vorgeschädigten Zähnen, die langsam entmineralisieren wieder zu remineralisieren. Das, was aus dem Zahn rausgeht, was entkalkt, soll dem Zahn wieder in Form einer stabileren Fluoridoberschicht gesättigt werden."

Hauptwirkstoff der Mundspülungen zur Kariesvorsorge ist Fluorid. Dass es die Zähne schützt, ist wissenschaftlich belegt. Diese Mundwasser sollen auch Zahnfleischerkrankungen vorbeugen. Mundwasser kann die Zahnpflege also ergänzen, sagt Jürgen Zitzen, mehr aber meistens nicht.

Mundwasser der dritten Kategorie

"Das Wichtigste ist und bleibt die konsequente gründliche Zahnpflege mit der Zahnbürste, die gründliche Zwischenraumpflege und eine gut fluoridierte Zahnpasta."

Atemerfrischende Mundspüllösungen und die zur Kariesvorbeugung reduzieren allerdings keine Bakterien. Wirksam gegen schädliche Keime im Mund sind Produkte der dritten Kategorie mit dem Wirkstoff Chlorhexidin. Jürgen Zitzen verschreibt sie.

"In Situationen, wo der Patient die Zahnpflege nicht so gut ausführen kann; zum Beispiel nach einer Operation im Mundraum, wenn kurzfristig die Keimzahl gesenkt werden soll oder auch bei einer Parodontose-Behandlung, um dort einen zusätzlichen Effekt zu bekommen.

Mundspülungen - verschiedene Inhalte für verschiedene Zwecke. In diesem Fall ist die Chlorhexidinbeimischung hoch. Deshalb dürfen diese Präparate nur in Apotheken verkauft werden. Nebenwirkungen haben sie auch.

"Verfärbungen und Geschmacksstörungen sind häufige Nebenwirkungen, werden auch sehr häufig von den Patienten bemängelt."

Mundspülungen mit niedrigem Chlorhexidingehalt, die nicht apothekenpflichtig sind oder Präparate mit ätherischen Ölen sollen fest anhaftende Zahnbeläge anlösen.

"Das heißt aber nicht, dass die dann verschwinden, sondern die Zahnpflege ist etwas einfacher."

Fazit: Bei Jugendlichen mit festen Zahnspangen und bei manchen Senioren oder Pflegebedürftigen können Mundspüllösungen die Zahnhygiene ergänzen. Es handelt sich aber um Kosmetikprodukte, die nicht so umfangreich getestet werden wie Arzneimittel. Beratung gibt es in der Zahnarztpraxis, auch für Allergiker.

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