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StartseiteMusik-PanoramaKrenek und Goldschmidt08.05.2017

musica reanimata Krenek und Goldschmidt

Seit über 25 Jahren setzt sich der Berliner Verein "musica reanimata" in seinen gleichnamigen Gesprächskonzerten für Komponisten ein, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Neben teilweise erschütternden Biografien erklingen dabei höchst spannende Werke. Im Fokus stehen diesmal Ernst Krenek und Berthold Goldschmidt.

Am Mikrofon: Georg Beck

Der amerikanisch-österreichische Komponist und Musikschriftsteller Ernst Krenek als Dirigent in einer undatierten Aufnahme. (picture alliance / dpa / Herold)
Gefeiert und angefeindet: der Komponist und Dirigent Ernst Krenek (picture alliance / dpa / Herold)

Ernst Kreneks überaus erfolgreiche Oper "Jonny spielt auf" von 1927 rief sofort heftige Nazi-Proteste hervor. Die Titelfigur, der schwarze Jazzmusiker Jonny, wurde 1938 als Inbegriff von Rassenschande auf dem Plakat der Ausstellung "Entartete Musik" abgebildet. Obwohl der Komponist kein Jude war, floh er nach dem deutschen Einmarsch in Österreich in die USA, wo er sich über Jahrzehnte schöpferisch und theoretisch mit allen musikalischen Strömungen seiner Zeit auseinandersetzte.

Die Karriere des jungen Berthold Goldschmidt hatte verheißungsvoll begonnen. 1932 wurde seine Oper "Der gewaltige Hahnrei" in Mannheim uraufgeführt. Als seine Werke ab 1933 nicht mehr gespielt werden durften, floh er von Berlin nach London. Jahrzehntelang komponierte er nicht mehr und geriet fast in Vergessenheit. 1987 leiteten die Berliner Festwochen ein grandioses Comeback ein und eine bemerkenswerte Alterskarriere begann.

Zum 25. Todestag von Ernst Krenek

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