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StartseiteCorsoKlang der Bilder26.08.2019

Musik für Kino und TVKlang der Bilder

Die Streicher in der Duschszene von Hitchocks "Psycho" oder Celine Dion, die den Titelsong in "Titanic" singt: Die Musik trägt entscheidend zur Wirkung eines Films bei. Was die Möglichkeiten und Herausforderungen sind, erzählten die Filmkomponisten Julian Maas und Christoph M. Kaiser im Dlf.

Christoph M. Kaiser und Julian Maas im Corsogespräch mit Juliane Reil

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Enge Freunde: Robert Lebeck (Charly Hübner) gelingen berührende Aufnahmen von Romy Schneider (Marie Bäumer), Szenenbild aus "3 Tage in Quiberon" von Emily Atef (© 2018 Prokino Filmverleih GmbH)
Für die Filmmusik in "3 Tage in Quiberon" erhielten Julian Maas und Christoph M. Kaiser 2018 den Europäischen Filmpreis. Auf dem Bild: Robert Lebeck (Charly Hübner) macht Aufnahmen von Romy Schneider (Marie Bäumer) (© 2018 Prokino Filmverleih GmbH)
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Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Kino und plötzlich fällt der Ton aus. Selbst ein bildgewaltiger Film wie "Blade Runner", der eine düstere Vision der Zukunft entwirft - das Ökosystem ist zusammen gebrochen, die Metropolen sind Müllhalden, Kinder arbeiten als Sklaven in Fabriken, Androiden führen auf der Erde eine illegale Existenz -, hätte ohne die Musik von Vangelis seine Wirkung kaum entfaltet.

Filmmusik ordnet sich zwar den Bildern unter, aber ist entscheidend für die Vollständigkeit des Films. Damit kennen sich Christoph Maria Kaiser und Julian Maas ziemlich gut aus. Seit 2003 bilden die beiden ein erfolgreiches Filmkomponistenteam, das zum Beispiel für Serien wie den "Tatort" Musik geschrieben hat. Für die Filmmusik in  "3 Tage in Quiberon" erhielten sie vergangenes Jahr den Europäischen Filmpreis, dieses Jahr wurden die beiden in Cannes für die Musik in der ZDF-Serie "Die neue Zeit" über Walter Gropius und das Bauhaus ausgezeichnet.

Vom Pop zur Filmmusik

Christoph M. Kaiser war langjähriger Bassist und Songwriter der Hamburger Band "The Jeremy Days", die sich 1996 auflöste und derzeit ein Comeback feiert. Im Deutschlandfunk sagte der Musiker, dass er mit dem Film "Crazy" – die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Benjamin Lebert – "Blut geleckt" habe. Die Arbeit an der Musik für den Film sei damals eine seiner ersten Erfahrungen im Bereich der Filmmusik gewesen.

Seit 2003 arbeiten Kaiser und Maas erfolgreich als Filmkomponistenteam zusammen. Zu derr Arbeit an "3 Tage in Quibron" sagte Maas: "Wenn immer wir die Muster vom Dreh gesehen haben, hatten wir das Gefühl, dass es zwei verschiedene Gesichter von Romy Schneider gab - nämlich einmal das glamouröse, nach außen Gerichtete, das die Welt von ihr kannte, und einmal dieses sehr Introvertierte." Aus dieser Beobachtung heraus sei auch die unterschiedliche Musik für den Film entstanden, erklärte Maas weiter. Diese Musik sei zum einen eher eine Anleihe an die Nouvelle-Vague-Zeit gewesen, als Schneider die Grande Dame des französischen Films war. Zum anderen habe es in dem Film eine eher introvertierte leise Musik gegeben.

Spiel mit Klangvorstellung von heute und damals

In der ZDF-Serie "Die Neue Zeit" schrieben die beiden unter anderem Musik für eine Band am Bauhaus, die es tatsächlich gab, erzählten die beiden. Kaiser sagte: "Wir haben uns versucht, vorzustellen, wie diese Band wohl klingt - aus der Rückschau von heute."

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

Christoph M. Kaiser und Julian Maas sprechen auf dem diesjährigen Festival "Soundtrack Cologne" über Komponieren für TV-Serien.

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