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StartseiteMusik-PanoramaZwischen Albtraum und Friedensvision19.11.2018

Musik im Dreißigjährigen KriegZwischen Albtraum und Friedensvision

Komponisten wie Heinrich Schütz haben die Schrecken des Dreißigjährigen Kriegs erlebt und in Musik gefasst. Aber auch die Sehnsucht nach Sicherheit und Frieden. Das diesjährige Musikfest Erzgebirge machte die Klanglandschaft jener bewegten Zeit erlebbar – mit manchen Bezügen zur Gegenwart.

Am Mikrofon: Jochen Hubmacher

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Der Dirigent Hans-Christoph Rademann (Holger Schneider/Bach-Akademie Stuttgart)
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Der Dreißigjährige Krieg ist eine der größten Bewusstseinszäsuren Europas. Und Heinrich Schütz war wie ein musikalischer Chronist dieser Schreckensjahre – von den opulenten "Psalmen Davids" 1619 bis hin zu seinem Friedenszyklus "Geistliche Chor-Music 1648" spiegelt sich in seinem Werk die Erfahrung allumfassender Verheerungen, aber auch der Hoffnung und Zuversicht. Nachdem er inmitten des Krieges dichtete, "all‘ Ordnung ist verkehrt", war seine Musik der Versuch, die Welt in Tönen neu zu ordnen und nach dem Albtraum des Krieges den Blick hin zu Visionen des Friedens auszurichten. Und zwischendrin schuf er zu politischen Anlässen etliche, selten zu hörende Motetten und Konzerte, in denen neben Huldigungen an die Obrigkeit auch eindringliche Botschaften eingeschrieben sind: da pacem domine – verleih uns Frieden.
In einem durchkomponierten Programm mit Werken von Heinrich Schütz und Zeitgenossen widmen sich Hans-Christoph Rademann und seine gefeierten Dresdner Schütz-Interpreten diesem großen europäischen Thema, das nicht nur an die Ereignisse vor 400 Jahren denken läßt, sondern auch an die Zerstörungen vor 100 Jahren am Ende des Ersten Weltkriegs und an Krieg, Flucht und Vertreibung heute.

Das Konzert der Deutschlandfunk-Benefizreihe "Grundton D" in Kooperation mit dem Musikfest Erzgebirge fand im sächsischen Grünhain statt. Ein Ort, der während des Dreißigjährigen Krieges verwüstet wurde. 

Grundton D - Konzert und Denkmalschutz

Werke von Heinrich Schütz, Heinrich Ignaz Franz Biber, Johann Bach, Franz Tunder und Philipp Friedrich Böddecker

Gerlinde Sämann und Isabel Schicketanz, Sopran
David Erler, Altus
Georg Poplutz und Tobias Mäthger, Tenor
Felix Schwandtke, Bass
Dresdner Kammerchor & Instrumentalisten
Leitung: Hans-Christoph Rademann

Aufnahme vom 12. September 2018 aus der Pfarrkirche St. Nicolai, Grünhain

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