Mittwoch, 18. Mai 2022

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Musikstadt Berlin
Tritt mir nicht zu nahe

Junge Künstler aus aller Welt zieht das wiedervereinte Berlin seit den 1990er Jahren geradezu magisch an. Aber wie offen ist die Stadt wirklich? Der Eintritt beispielsweise in die gewachsenen Musikszenen der Hauptstadt forderte und fordert Zugereisten in jedem Fall einiges ab.

Von Martina Brandorff | 20.04.2019

Berlin
Berlin Alexanderplatz - Knotenpunkt für Vorübereilende (imago/Jochen Tack)
"Ich hoffe, ich trete dir damit nicht zu nahe" – diesen Satz hörte der 1977 nahe Tel Aviv geborene Komponist Eres Holz erstmals, als er 2003 nach Berlin kam. Der herbe Slang mit seiner Direktheit, auch "Berliner Schnauze" genannt, irritierte ihn nicht – die Distanziertheit der zeitgenössischen Szene schon eher.
Heimat als Frage von Teilhabe
Die 1978 in Kalifornien geborene Komponistin Leah Muir erlebt Berlin dagegen als offenen Ort. Direkte Publikumsreaktionen, unverstellte Worte begeistern sie hier. Eine Bühne für ihr eigenes Tun bot ihr vor allem die Hochschulwelt. Sarah Nemtsov, geboren 1980 in Oldenburg, kam zum Studium nach Berlin – ebenso wie die zwei anderen. Gemeinsam mit ihrem Mann betreibt sie einen eigenen Veranstaltungsort.
Aufnahme in die gewachsenen Musikszenen der Hauptstadt verlangt Zugereisten auf jeden Fall einiges ab. Aber um was geht es genau? Und wie glücklich ist man damit? Und wie anregend ist dies für das eigene künstlerische Tun? Martina Brandorff fragte Komponist*innen neuer Musik nach ihren Berliner Erfahrungen bezüglich Integration, Teilhabe, Heimat und Globalität.
Die Sendung finden Sie nach Ausstrahlung sieben Tage lang in unserer Mediathek.