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StartseiteMusikjournalMendelssohns Sehnsucht dazuzugehören06.11.2017

Musikwissenschaftler GülkeMendelssohns Sehnsucht dazuzugehören

Felix Mendelssohn Bartholdy habe mit einem Widerspruch Leben müssen, der bislang zu wenig in die Musik verfolgt wurde, so Musikwissenschaftler Peter Gülke im Dlf: Mendelssohn habe als Jude, der zum Christentum konvertierte, großen Erfolg gehabt, obwohl Anfeindungen gegenüber Juden schon zu seiner Zeit üblich gewesen seien.

Peter Gülke im Gespräch mit Susann El Kassar

Der Komponist, Dirigent und Pianist Felix Mendelssohn-Bartholdy. Er wurde am 3. Februar 1809 in Hamburg geboren und ist am 4. November 1847 in Leipzig gestorben (picture-alliance / dpa)
Der Komponist, Dirigent und Pianist Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) (picture-alliance / dpa)
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Hinter der Musik Mendelssohns stecke für Gülke auch die Sehnsucht dazuzugehören, "was ja eben den konvertierten Juden letzten Endes verwehrt geblieben ist". Mendelssohn habe zudem manchmal in seiner Musik versucht, "die Unterscheidung von geistlich und weltlich zu unterlaufen - um nicht zu sagen aufzuheben".

Gülkes aktuelles Buch "Felix Mendelssohn Bartholdy, der die Widersprüche der Zeit am klarsten durchschaute" sei keine Biografie, so der Autor. Es sei ein essayistischer Versuch, sich mit der Frage des Jüdischsein Mendelssohns und dessen Einfluss auf die Musik zu befassen. Mendelssohn selbst habe sich über die Thematik der Konversion selten und ungern geäußert.

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