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StartseiteMusikjournalNachwirkungen von "Jugend musiziert" auf Lebenswege24.02.2020

Musikwissenschaftler zu StudieNachwirkungen von "Jugend musiziert" auf Lebenswege

Laut einer Studie über "Jugend musiziert" ergreift die Hälfte der ehemaligen Teilnehmer einen musikalischen Beruf - die andere Hälfte nicht. Doch auch die zweite Gruppe sei musikalisch sehr aktiv, so der Musikwissenschaftler Heiner Gembris im Dlf. Auch sie hätte eine "sehr hohe musikalische Generativität".

Heiner Gembris im Gespräch mit Marie König

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Das Foto zeigt eine der Teilnehmerinnen beim 56. Bundeswettbewerb "Jugend musiziert", sie spielt Cello. (dpa-Bildfunk / Hendrik Schmidt)
Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" in Halle (dpa-Bildfunk / Hendrik Schmidt)
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Für beide Gruppen erfülle der Wettbewerb eine wichtige Aufgabe in der musikalischen Förderung, aber auch in der persönlichen Entwicklung, erklärte der Musikwissenschaftler Heiner Gembris. Nur zwei Prozent der ehemaligen befragten Teilnehmer hätten angegeben, dass der Wettbewerb keine gute Erfahrung gewesen sei. 

"Der Mehrwert dieses Wettbewerbs ist die intensive Vorbereitung darauf, die ein halbes Jahr oder manchmal auch länger ein intensives Musizieren, Üben, Proben beinhaltet, und der musikalischen Entwicklung einen ungemeinen Schub gibt", so Gembris. Für PreisträgerInnen gebe es zudem Möglichkeiten der Anschlussförderung. 

Wettbewerb und aktuelle Studie

Seit 1964 findet der Wettbewerb "Jugend musiziert" statt und ist einer der renommiertesten Musikförderprojekte Deutschlands. Bislang haben über eine Million Kinder und Jugendliche teilgenommen. Einige haben durch den Wettbewerb erfolgreiche Musikerkarrieren begonnen. Aber auch für Menschen, die später keinen Musik-Beruf ergriffen haben, spielt "Jugend musiziert" mit Blick auf das weitere Leben eine Rolle. Die Studie "Ehemalige Teilnehmende am Wettbewerb 'Jugend musiziert' und ihre Lebenswege" hat sich damit beschäftigt. Mittels eines Online-Fragebogens wurden Auswirkungen des Wettbewerbs auf die musikalische und berufliche Entwicklung untersucht. Die Studie war ein Kooperationsprojekt von fünf Landesmusikräten und dem Institut für Begabungsforschung in der Musik an der Universität Paderborn.

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