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StartseiteNachrichten vertieft"Oldschool Society" steht vor Gericht27.04.2016

Mutmaßliche Rechtsterroristen"Oldschool Society" steht vor Gericht

Mehrere Mitglieder der rechtsgerichteten Gruppe "Oldschool Society" müssen sich seit heute vor dem Oberlandesgericht München verantworten. Die Bundesanwaltschaft wirft drei Männern und einer Frau vor, eine terroristische Vereinigung gegründet und ein Sprengstoffattentat vorbereitet zu haben.

Die von einem Computermonitor abfotografierte Facebook-Seite der "Oldschool Society". (dpa-Bildfunk)
Die von einem Computermonitor abfotografierte Facebook-Seite der "Oldschool Society". (dpa-Bildfunk)
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Die Gruppe hatte sich den Ermittlern zufolge 2014 über soziale Netzwerke zur "Oldschool Society" zusammengeschlossen. Nach Auffassung der Bundesanwaltschaft haben alle vier Angeklagten eine rechtsgerichtete, nationalistische Gesinnung.

Laut Ermittlern gab es in einer Kleingartenanlage in Sachsen das erste Gruppentreffen. Damals soll bereits der "bewaffnete Kampf gegen Salafisten" und ein "gewaltsames Vorgehen gegen Asylanten" erörtert worden sein. Im Mai 2015 wollten sie dann einen Anschlag auf das bewohnte Flüchtlingsheim im sächsischen Borna begehen

Feuerwerkskörper in Tschechien gekauft

Dafür hätten die vier Mitglieder im Alter von 23 bis 57 Jahren Feuerwerkskörper in Tschechien besorgt, deren Gefährlichkeit sie mit Nägeln oder mit Brennstoff erhöhen wollten. Wenige Tage vor dem geplanten Anschlag wurden die vier Angeklagten bei einer Razzia festgenommen. Das Gericht hat 30 Prozesstage angesetzt.

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Roger Lewentz, zeigt das Logo der rechtsextremen Gruppierung "Oldschool Society" (Imago  / CommonLens)Der damalige Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Roger Lewentz, zeigt das Logo der rechtsextremen Gruppierung "Oldschool Society" (Imago / CommonLens)

Nach Erkenntnissen des bayerischen Verfassungsschutzes hatte die "Oldschool Society" eine hierarchische Führungsebene und eine straffe Satzung - einer der Männer war der "Präsident", ein anderer "Vizepräsident." Der dritte Mann hatte den Posten als "Pressesprecher", die Frau den als "Schriftführerin". 

(hba/tzi)

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