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"Mwatana"Menschenrechtler: Hunderte in Geheimgefängnissen im Jemen gefoltert

Kinder gehen an Häusern vorbei, die während des Krieges im Jemen durch Luftangriffe zerstört wurden.  (XinHua)
Im Jemen-Konflikt sind mehr als 100.000 Menschen getötet worden. Millionen leiden unter einem Mangel an Lebensmitteln und Medikamenten. (XinHua)

Eine jemenitische Menschenrechtsgruppe hat beiden Konfliktparteien in dem Bürgerkriegsland auf der arabischen Halbinsel hundertfache Folter in Geheimgefängnissen und andere Übergriffe vorgeworfen.

Seit April 2016 seien 1.600 Fälle von willkürlichen Verhaftungen, 770 Fälle von Entführungen, 344 Fälle von Folter sowie 66 Todesfälle dokumentiert worden, heißt es in einem Report der Mwatana-Organisation für Menschenrechte, der heute veröffentlicht wurde. Darin deckt die Gruppe mindestens elf inoffizielle Haftzentren im ganzen Jemen auf, wo "Folter und andere Formen von grausamer, inhumaner und entwürdigender Behandlung besonders weit verbreitet" seien. Betroffenen wurden demnach zum Beispiel die Nägel herausgerissen. Zudem seien Opfer mit Elektroschocks traktiert worden. Umfang und Schwere der Übergriffe hätten erhebliche gesellschaftliche Auswirkungen.

Der Jemen-Konflikt hat schon mehr als 100.000 Menschen das Leben gekostet. Nach UNO-Angaben hat er die derzeit schlimmste humanitäre Krise der Welt ausgelöst. Mehr als drei Millionen wurden im Land selbst vertrieben, zwei Drittel der Bevölkerung ist zum Überleben auf Lebensmittelhilfe angewiesen.