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Nach Aussagen zu KindesmissbrauchBlogger Yiannopoulos verlässt "Breitbart News"

Der US-Blogger Milo Yiannopoulos gab auf einer Pressekonferenz bekannt, dass er nicht mehr für "Breitbart News" arbeitet. (dpa-Bildfunk / AP / Mary Altaffer)
Der US-Blogger Milo Yiannopoulos gab auf einer Pressekonferenz bekannt, dass er nicht mehr für "Breitbart News" arbeitet. (dpa-Bildfunk / AP / Mary Altaffer)

Einer der bekanntesten Schreiber der rechtskonservativen Nachrichtenseite im Internet, "Breitbart News", hört auf: Der Blogger Milo Yiannopoulos hat bei dem Portal gekündigt. Vorher war er durch relativierende Aussagen zu Kindesmissbrauch massiv in die Kritik geraten.

In einem Video, das am Wochenende im Internet verbreitet wurde, hatte Yiannopoulos Sex von Männern mit 13-Jährigen verteidigt. Er bat nun um Entschuldigung für die Aussagen. Gleichzeitig rechtfertigte er sich dafür: Er habe geglaubt, alles zum Thema sagen zu können, da er selbst missbraucht wurde. "Aber ich verstehe, dass meine übliche Mischung aus britischem Sarkasmus, Provokation und Galgenhumor vielleicht als Leichtsinn und ein Mangel an Fürsorge für andere Opfer wahrgenommen werden können."

Yiannopoulos betonte, er sei Opfer einer "Hexenjagd der zynischen Presse" geworden. Es sei das erste Mal, dass er für etwas um Entschuldigung bitte. Der Blogger stellt seine Homosexualität offensiv zur Schau und versteht sich als Kämpfer gegen die politische Korrektheit. Seine Kritiker werfen ihm Rassismus und Frauenfeindlichkeit vor. 

Kritik von Konservativen

Nach dem Bekanntwerden des Interviews hatte die Amerikanische Konservative Union eine Einladung an den 32-Jährigen widerrufen. Der Verlag Simon & Schuster sagte wegen des Videos die Veröffentlichung der Memoiren von Yiannopoulos ab.

Der Blogger war einer der Stars von "Breitbart News". Die Seite steht in der Kritik, gegen Minderheiten zu hetzen und antisemitisch zu sein. In Deutschland sorgte das Portal für Schlagzeilen, als es aus kleinen Zwischenfällen in der Silvesternacht in Dortmund einen marodierenden Mob machte. Der ehemalige Chef der Seite, Stephen Bannon, ist der wichtigste Berater von US-Präsident Donald Trump.

Yiannopoulos sagte weiter, er gebe seinen Posten bei "Breitbart News" ab, damit die wichtige Arbeit seiner Kollegen nicht weiter durch ihn behindert werde. Die Entscheidung darüber habe er allein getroffen. Das Portal erklärte, es akzeptiere den Rückzug. Yiannopoulos habe gleichwohl "dringend nötige Debatten über wichtige kulturelle Themen angestoßen".

(hba/nin)

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