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Nach den Anschlägen in Paris Die Spur der Terroristen

Die Polizei in Paris stellt ein verdächtiges Auto sicher. (picture alliance / dpa / Yoan Valat)
Die Polizei in Paris stellt ein verdächtiges Auto sicher. (picture alliance / dpa / Yoan Valat)

In Alsdorf bei Aachen hat ein Spezialeinsatzkommando sieben Menschen festgenommen. Der Zugriff steht im Zusammenhang mit den Terroranschlägen von Paris. Frankreich setzt die Razzien gegen die islamistische Szene im Land fort.

Zunächst hatte die Polizei in Alsdorf zwei Frauen und einen Mann festgenommen. "Wir haben Hinweise bekommen, dass sich einer der Gesuchten im Zusammenhang mit Paris möglicherweise in unserem Bereich aufhält", erläuterte ein Polizeisprecher. Es handele sich um ausländische Staatsbürger. Wenige Stunden später nahmen Beamte zwei weitere Personen in Alsdorf fest, die ebenfalls im Zusammenhang mit den Pariser Anschlägen stehen. Am späten Nachmittag bestätigte die Polizei dann zwei weitere Festnahmen gegenüber DLF-Korrespondent Moritz Küpper. 

Alsdorf liegt im Dreiländereck Deutschland-Belgien-Niederlande. Die Polizei sucht derzeit mit Haftbefehl den 26-jährigen Salah Abdeslam, einen Bruder eines der Selbstmordattentäter von Paris. Abdeslam, der seinen Wohnsitz in Brüssel hat, war vor rund zwei Monaten in Deutschland und Österreich. Er sei am 9. September aus Deutschland kommend mit zwei Begleitern nach Oberösterreich eingereist, sagte ein Sprecher des österreichischen Innenministeriums.

Weiteres Auto sichergestellt

Abdeslam soll den VW Polo gemietet hatte, mit dem die Attentäter zur Pariser Konzerthalle "Bataclan" fuhren, wo sie fast 90 Menschen töteten. Sein Bruder Brahim hatte sich am Freitag in einem Pariser Café in die Luft gesprengt.

Im Norden von Paris ist ein weiteres Auto mit belgischem Kennzeichen entdeckt worden, das nach Angaben von Ermittlern mit der Terrorwelle vom Freitag in Verbindung stehen könnte. Es handele sich um einen schwarzen Renault Clio mit zersplitterter Scheibe auf der Beifahrerseite, hieß es aus Ermittlerkreisen. Der Wagen habe in der Nähe der Bahnstrecke gestanden, die zum Fußballstadion Stade de France führt.

Am Stadion hatten sich während des Fußballspiels Frankreich-Deutschland drei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Es ist unklar, wie die Autoscheibe zerstört wurde, hieß es. Es ist der dritte Wagen, der mit der Anschlagswelle in Verbindung gebracht wird.

Noch nicht alle Opfer identifiziert

Frankreich setzt die islamistische Szene im eigenen Land weiter unter Druck. Innenminister Bernard Cazeneuve sprach von weiteren 128 Razzien in der Nacht. Schon am Montag hatten Fahnder mehr als 160 Objekte durchsucht und Dutzende Personen festgenommen oder unter Hausarrest gestellt. Die meisten der Attentäter von Paris waren französische Dschihadisten. Nach Cazeneuves Worten sind inzwischen 115.000 Polizisten, Gendarmen und Soldaten zum Schutz des Landes und der Bürger eingesetzt. 

Von den 129 Todesopfern vom Freitagabend sind bisher 117 identifiziert. Das sagte die französische Justizministerin Christiane Taubira. Betroffen seien 17 Nationalitäten. 

Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir hat die französische Bitte um militärischen Beistand im Kampf gegen den Terror befürwortet. Es sei gut, dass die Europäische Union angesprochen werde, sagte Özdemir im Deutschlandfunk. Dies beende den Zustand, dass jedes Land eine eigene Privatstrategie entwickle. Der ehemalige Vorsitzende des NATO-Militärausschusses, General a.D. Klaus Naumann, plädiert im Kampf gegen den IS für eine militärische Lösung. "Wenn man sich nicht wehrt, dann lädt man den IS ein, den Kampf auch gegen uns auf unserem Gebiet zu suchen," sagte er im DLF.

(pg/jcs)

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