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StartseiteWirtschaft und GesellschaftAutobauer setzen auf Investitionen05.12.2018

Nach Gesprächen mit US-PräsidentAutobauer setzen auf Investitionen

Nach dem Treffen mit Donald Trump sind die Hoffnungen der deutschen Autohersteller groß: Der US-Präsident soll durch Investitionen besänftigt - und damit die angedrohten Zölle auf europäische Autoexporte verhindert werden. Der Branchenverband VDA zeigt sich zufrieden mit dem Ausgang des Gesprächs.

Von Theo Geers

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In der Endabnahme: Ein Hybrid-Golf in der Auto-Produktion des Volkswagen-Werks in Wolfsburg.  (picture alliance / dpa / Sebastian Gollnow)
2018 liefen insgesamt weniger Autos in Deutschland vom Band. (picture alliance / dpa / Sebastian Gollnow)
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Nach dem Spitzentreffen mit Donald Trump sind die Hoffnungen der deutschen Autohersteller ebenso groß wie eindeutig. Mit  Investitionen wollen sie den US-Präsidenten besänftigen. VW denkt an ein neues Werk, will zudem mit Ford bei der Produktion von Pick-Ups kooperieren, BMW will in seinem Werk in Spartanburg in South Carolina weitere 1.000 Jobs schaffen und prüft den Bau einer zweiten Motorenfabrik. Das alles soll Trump davon abhalten, die seit langem angedrohten Zölle in Höhe von 25 Prozent auf europäische und damit vor allem deutsche Autoexporte in die USA tatsächlich zu verhängen. Vom Tisch sind die Zölle aber noch nicht. Immerhin:

"Wenn man miteinander spricht, Konflikte hat, und die Atmosphäre gut ist, ist das zumindest mal ein gutes Zeichen", sagt dazu Bernhard Mattes.

Der Präsident des Autoverbandes VDA hatte noch in der Nacht mit den drei Vorstandschefs von VW, BMW und Daimler telefoniert und sich berichten lassen, wie ihre Gespräche im Weißen Haus gelaufen waren. Ein Zeichen, wie sehr der von Trump angezettelte Handelskrieg mit China schon jetzt unter den Nägeln brennt. 750.000 PKW produzieren die deutschen Hersteller in ihren US-Werken, 150.000 davon gingen im letzten Jahr nach China, in diesem Jahr sind es nur noch 100.000.

WLTP lässt Auto-Produktion 2018 schrumpfen

Dennoch geht es den deutschen Herstellern gut – trotz Dieselkrise und drohender Handelskriege. In diesem Jahr rollen 16,5 Millionen Autos vom Band, im nächsten Jahr 16,9 Millionen. Von dieser Weltproduktion produzieren VW, BMW und Co noch ein knappes Drittel in ihren deutschen Werken: 5,1 Millionen Autos, 9 Prozent weniger als letztes Jahr. Grund sind die Zulassungsprobleme mit dem neuen Abgastest WLTP. Wenn die behoben sind, soll die Produktion im nächsten Jahr wieder auf 5,2 Millionen steigen. Insgesamt beschäftigen die Hersteller und Zulieferer hierzulande jetzt knapp 834.000 Menschen, gut 15.000 mehr als letztes Jahr.

Autoverband setzt weiter auf den modernen Diesel

Beim Diesel und den drohenden Fahrverboten bleiben die Hersteller hartleibig. Erst gestern hatte die Bundesregierung beim Dieselgipfel das Sofortprogramm "Saubere Luft" um 500 Millionen Euro aufgestockt. Könnte die Autoindustrie da nicht auch noch mal nachlegen? Die Antwort von VDA-Präsident Bernhard Mattes: "Ein klares Nein."

Dies auch, weil die Autoindustrie ihr Abgasprobleme lieber mit dem Verkauf möglichst vieler Neuwagen zu lösen versucht. Und dabei dürfe man nicht nur, Stichwort Fahrverbote, auf den Stickoxidausstoß starren, so Bernhard Mattes. Für den Klimaschutz genauso wichtig sei die Reduzierung von CO2. "Dafür brauchen wir den modernen Diesel – der hilft uns, das Thema CO2 und dessen Absenkung zu erreichen. Deswegen wollen wir auch wieder einen höheren Dieselanteil zu erreichen."

VDA: "Beim Klimaschutz wird der Bogen überspannt"

Wieder mehr Diesel zu verkaufen – für den VDA steht das nicht in Widerspruch dazu, dass sich die deutschen Hersteller in punkto Innovationen weltweit in der Pole-Position sehen. Doch beim Klimaschutz treten sie unverändert auf die Bremse: "Da wird der Bogen eindeutig überspannt", sagt Bernhard Mattes zum Ziel, den CO2-Austoß von Autos in der EU bis 2030 um 35 oder gar 40 Prozent zu senken. 

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