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StartseiteSport am WochenendeVerband will Beachvolleyball-Vermarktung verbessern01.08.2020

Nach Kritik von SpielernVerband will Beachvolleyball-Vermarktung verbessern

Einige Beachvolleyballer kritisieren die Arbeit des Deutschen Volleyball-Verbandes. David Klemperer, Geschäftsführer der Vermarktungs- und Dienstleistungsgesellschaft des DVV, glaubt im Dlf-Interview nicht an eine Spaltung - nimmt aus der Kritik aber auch etwas mit.

David Klemperer im Gespräch mit Maximilian Rieger

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Beach-Liga, Vorrunde der Frauen. Leonie Körtzinger (2. v.l.) versucht den Ball von Antonia Stautz (3. v.l.) zu blocken. Rechts Leonie Welsch, links Sarah Schneider. (picture alliance / dpa / Marius Becker)
Die Beach-Liga in Düsseldorf im Corona-Sommer 2020 wurde von Athleten ohne den Verband organisiert. (picture alliance / dpa / Marius Becker)
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Der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) dürfe sicher in Zukunft nicht nur an die Vermarktung über das Fernsehen denken, sagte David Klemperer, Geschäftsführer der Deutsche Volleyball Sport GmbH, im Dlf. Ein Team um den Beachvolleyballer Alexander Walkenhorst hatte ein eigenes Turnier unabhängig vom DVV auf die Beine gestellt, das vor einigen Wochen in Düsseldorf gespielt wurde und bei dem neue Formen der Vermarktung ausprobiert wurden. Das Turnier wurde auch auf der Streamingplattform Twitch übertragen.

Walkenhorst und Athletenmanager Constantin Adam hatten außerdem laut darüber nachgedacht, einen eigenen Verband für den Beachvolleyball zu gründen. Walkenhorst hatte dazu gesagt: "Dem Deutschen Volleyball-Verband wird es am besten tun, würde sich der Verband auf Hallenvolleyball konzentrieren." Im Ursprung ist der DVV ein Verband für Hallensportler. Viele Beachvolleyballer fühlen sich in den Strukturen nicht gut aufgehoben.

Alexander Walkenhorst kniet im Sand und baggert den Ball. (www.imago-images.de) (www.imago-images.de)Spieler gegen Verband - Droht dem Beachvolleyball die Spaltung?
Seit Jahren ist das Vertrauen zwischen einigen Beachvolleyballern und dem Deutschen Volleyball-Verband gestört. Die Coronakrise lässt alte Risse neu aufbrechen. Spieler wie Alexander Walkenhorst überlegen nun, einen eigenen Verband zu gründen.

Klemperer glaubt aber nicht an eine Spaltung im deutschen Beachvolleyball: "Es gibt natürlich schon immer mal kritische Stimmen. Die sind zu gewissen Teilen sicher auch berechtigt." Es gebe aber keine Konfrontation zwischen einzelnen Spielern und dem Verband. "Ich glaube, dass wir an vielen Stellen schauen sollten, dass wir gemeinsam zusammenarbeiten", sagte er mit Blick auf die Beach-Liga von Walkenhorst und Co.

Klemperer glaubt auch deshalb nicht an eine Spaltung, weil sich die zweite oder dritte Reihe der Spieler, die ein neuer Verband vertreten würde, alleine nicht erfolgreich genug vermarkten lassen würde.

Was die Interaktivität betrifft - also die direkte Kommunikation mit Zuschauerinnen und Zuschauern während eines Spiels über Plattformen wie Twitch - ist Klemperer zurückhaltend: "Ob sie sich im Sport durchsetzt, müssen wir uns anschauen." Der DVV könne die sozialen Medien aber noch ganz anders nutzen als bisher.

Der Beachvollerballer Alexander Walkenhorst (dpa / picture alliance / Steffen Prößdorf) (dpa / picture alliance / Steffen Prößdorf)"Wir haben bei allen Athleten offene Türen eingerannt"
Im Beachvolleyball schuf Spieler Alexander Walkenhorst in Eigenregie ein neues Turnierformat – ohne Unterstützung des Verbandes. Im Verband habe zu Beginn der -Pandemie "Schockstarre" geherrscht, sagte er im Dlf.

Klemperer sieht großes Potenzial bei der Vermarktung

Es gebe ungefähr drei Millionen Volleyball-Interessierte in Deutschland - aber auch eine Herausforderung: "Die sind selbst so aktiv, dass wir sie nicht vor die Medien bekommen, wenn der Sport im Sommer – speziell beim Beachvolleyball – stattfindet."

Generell sieht Klemperer die Vermarktung des Beachvolleyball aber auf einem guten Weg. Und er sieht zwei Vorteile: "Wir sind ein Sport, bei dem Männer und Frauen sehr gleichberechtigt sind." Außerdem gebe es sehr nahbare und mündige Athleten. Die sollen aus Klemperers Sicht über soziale Medien und durch Nähe der Zuschauenden zum Spielfeld mehr Kontakt zu den Fans bekommen.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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