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Nach MH17-AbsturzPutin betont seine Unterstützung bei den Ermittlungen

In der Nähe der ostukrainischen Stadt Schachtarsk, östlich von Donezk, liegen die Trümmer des Passagierflugzeugs der Malaysian Airlines. (AFP / Dominique Faget)
In der Nähe der ostukrainischen Stadt Schachtarsk, östlich von Donezk, liegen die Trümmer des Passagierflugzeugs der Malaysian Airlines. (AFP / Dominique Faget)

Viele Fragen zu Flug MH17 bleiben noch ungeklärt. Der UNO-Sicherheitsrat will über eine Resolution beraten, die Zugang zur Absturzstelle fordert. Russland will helfen - aber auch im Rahmen der Resolution?

Ein Team von Experten der Internationalen Zivilluftfahrtsorganisation ICAO soll die Absturzursache von Flug MH17 über der Ostukraine untersuchen, erklärte Russlands Präsident Wladimir Putin auf der Webseite des Kreml. Gleichzeitig kritisierte er erneut die Ukraine wegen der anhaltenden Kämpfe mit prorussischen Aufständischen im Osten des Landes. Die Tragödie werde von einigen aus "gewinnsüchtigen Motiven" ausgenutzt, hieß es in der Mitteilung.

Putin war zuvor international unter Druck geraten. Bundeskanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident François Hollande und der britische Premierminister David Cameron drohten Moskau mit einer Ausweitung der EU-Sanktionen. "Das ist der Augenblick der Wahrheit für Putin", sagte US-Außenminister John Kerry.

Experten aus aller Welt warten in Kiew

Von einem bisher "entwürdigenden Gezerre um Leichen, Wrackteile und Blackbox" sprach im Deutschlandfunk Kiew-Korrespondentin Sabine Adler. Von professionellen Ermittlungen könne man bislang nicht sprechen,  auchARD-Moskau-Korrespondent Markus Sambale. Experten aus aller Welt warteten zunächst in Kiew, um ihre Untersuchungen in der Absturzregion zu beginnen.

Niederländische Ermittler, die die internationale Identifizierung der Opfer koordinieren, erreichten als Erste den Unglücksort. Alle Waggons des unweit vom Absturzort stehenden Zugs unter Kontrolle der prorussischen Separatisten wurden geöffnet und die darin liegenden Leichen von jeweils zwei Männern mit Gasmasken untersucht, wie AFP-Reporter beobachteten. Die Leichen von 196 der insgesamt 298 Opfer befinden sich offenbar - anders als von der OSZE zunächst berichtet - nicht in einem Kühlwagen. Aus dem Zug soll starker Verwesungsgeruch gedrungen sein.

Harms fordert Einsatz "notfalls mit Blauhelmen"

Die Regierung in Kiew und die prorussischen Separatisten bezichtigen sich gegenseitig, die Maschine abgeschossen zu haben. Seit Tagen fordern Politiker aus aller Welt eine rasche, umfassende und vor allem unabhängige Untersuchung der Absturzursache.

Man müsse Moskau dazu bringen, "dass die Grenzen zwischen Russland und der Ukraine dicht gemacht wird", sagte die grüne Europaabgeordnete Rebecca Harms im DLF. Dazu müssten im Zweifelsfall auch UNO-Blauhelm-Soldaten eingesetzt werden.

UNO-Resolution möglich

Der UNO-Sicherheitsrat könnte noch heute über eine Resolution zum Absturz der malaysischen Passagiermaschine abstimmen. Weil die Russen die Resolution mit ihrem Veto verhindern können, ist der Ausgang allerdings völlig offen.

Der australische Entwurf fordert von allen Beteiligten, insbesondere den prorussischen bewaffneten Separatisten, in deren Machtbereich die Absturzstelle liegt, eine uneingeschränkte Zusammenarbeit mit den internationalen Behörden. Gleichzeitig soll das Papier jede Manipulation an der Absturzstelle untersagen. Es fordert zudem, dass die Flugschreiber und andere Beweisstücke sofort auszuhändigen sind.

(bor/hba)

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