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Nach Rassismus-VorwürfenImmer mehr niederländische Städte verzichten bei Nikolaus-Paraden auf den traditionellen "Zwarten Piet"

Zwei Darsteller sind verkleidet als Nikolaus mit weißem Bart, roter Bischofsmütze und Mitra und als Zwarter Piet mit schwarz angemaltem Gesicht in einem schwarzem Kostüm mit Karos. (picture alliance / dpa / Lex Van Lieshout)
Um den "Zwarten Piet", der den Nikolaus in den Niederlanden begleitet, ist eine kontroverse Diskussion ausgebrochen. (picture alliance / dpa / Lex Van Lieshout)

Weniger niederländische Städte als sonst haben sich beim alljährlichen Nikolauseinzug in diesem Jahr für den traditionellen "Zwarten Piet" entschieden.

Bei 46 Umzügen sei ein "Piet" mit Ruß statt schwarzer Schminke - ein sogenannter "Roetveegpiet" zu sehen, berichtete das "NRC Handelsblad". Dagegen hätten in den Vorjahren nur etwa 20 Umzüge mit nicht schwarz geschminkten Piet-Darstellern stattgefunden. Die Entwicklung sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass auch das zur Nikolauszeit täglich ausgestrahlte Kinderprogramm "Sinterklaas-Journaal" der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt NTR "Roetveegpieten" einsetze. NTR hatte das im September angekündigt. Städte wie Eindhoven, Den Haag, Almere, Groningen, Gouda und Tilburg gaben an, dieser Linie ausdrücklich zu folgen. Insgesamt lebt laut "NRC Handelsblad" damit ein Drittel der Niederländer in einer Stadt oder Gemeinde, die beim Umzug auf schwarz geschminkte Pieten verzichtet.

In den vergangenen Jahren hatte es oft Proteste von "Zwarte Piet"-Gegnern gegeben. Sie halten die Tradition des Schwarzschminkens für rassistisch und diskriminierend gegenüber Menschen mit dunklerer Hautfarbe. Die rechtsextreme Partei "Nederlandse Volks-Unie" war diese Woche mit rund 100 schwarz geschminkten Demonstranten in Den Haag für den "Zwarten Piet" auf die Straße gegangen.