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StartseiteWirtschaft am MittagDurchwachsene Aussichten für Maschinenbau-Branche10.12.2019

Nach Rückgang der ProduktionDurchwachsene Aussichten für Maschinenbau-Branche

Der Maschinenbau gilt als Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Doch mit den Rekorden ist es für die Unternehmen vorbei. Die globale Wirtschaft kühlt sich ab, die Aufträge gehen zurück. Der Branchenverband VDMA gibt sich dennoch zuversichtlich.

Von Mischa Ehrhardt

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ILLUSTRATION: Ein älterer Herr arbeitet in einem mittelständischen Unternehmen für Maschinenbauteile in Sigmaringen südlich von Stuttgart. An elderly man works in a middle-size company for the machine building industry in Sigmaringen south of Stuttgart. Arbeiten im Alter Illustration a Older Mr works in a Medium Companies for Machine components in Sigmaringen south from Stuttgart to Elderly Man Works in a Middle Size Company for The Machine Building Industry in Sigmaringen South of Stuttgart Work in Age (imago / Andreas Prost)
Mehr und mehr Maschinenbauer setzen auf Kurzarbeit, dennoch spricht der Verband nicht von einer Krise (imago / Andreas Prost)
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Nach einem Rückgang der Produktion in diesem Jahr stellt sich der deutsche Maschinenbau auch für die kommenden Monate auf Gegenwind ein.

"Nach zwei erfolgreichen Jahren rutscht also die Produktion erstmalig wieder ins Minus. Aber - und auch das möchte ich deutlich sagen: Die Lage im Maschinenbau ist deutlich weniger desaströs, als es manche Schlagzeilen vermuten lassen", sagt Carl Martin Welcker, der Präsident des Verbandes der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer.

Kurzarbeit als positives Signal - weil Beschäftigte nicht entlassen werden

Die schwächere Weltkonjunktur, die globalen Handelskonflikte insbesondere zwischen den USA und China und der Wandel in der Autoindustrie haben sich bei den Maschinenbauern in die Auftragsbücher geschrieben. Deswegen greifen mittlerweile einige Unternehmen zum Mittel Kurzarbeit. Zwischen Mai und September hat sich die Zahl der kurzarbeitenden Beschäftigten in den Unternehmen des Verbandes von 6.400 auf über 14.500 mehr als verdoppelt. Und der Verband geht auch davon aus, dass die Quote von kurzarbeitenden Beschäftigten in den kommenden zwei Quartalen noch deutlich steigen werde.

"Das würde ich aber als positives Signal interpretieren, denn das heißt zu Deutsch, dass die Firmen davon ausgehen, dass sie all diese Leute wieder brauchen, um den nächsten Aufschwung zu realisieren. Wären sie der Meinung, das Ganze geht hier den Bach runter, würden sie die Leute nicht in Kurzarbeit schicken, sondern entlassen".

Dafür spricht jedenfalls, dass die Zahl der Beschäftigten trotz des aktuellen Produktionsrückgangs weiter leicht gestiegen ist. Der VDMA vertritt in der mittelständisch geprägten Branche rund 3.200 Unternehmen mit über 1,3 Millionen Beschäftigten. Für das kommende Jahr rechnet der Verband damit, dass die Produktion um weitere zwei Prozent zurückgeht. Allerdings soll dann auch die Talsohle erreicht und es danach wieder aufwärts gehen. Erst gestern kamen in dieser Hinsicht überraschend positive Exportdaten vom statistischen Bundesamt in Wiesbaden. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka Bank, sieht allerdings noch keine Entwarnung für die deutsche Industrie.

"Wir haben eine Reihe von Daten, die uns signalisieren, dass der Industrierückgang sich verlangsamt hat. Allerdings müssen wir auch sehen, dass die deutsche Wirtschaft besonders betroffen ist und auch eigene, strukturelle Probleme hat, beispielsweise in der Automobilindustrie. Und das alles bedeutet, dass die Problematik in der Industrie für Deutschland schwieriger und länger bleibt als für andere Länder."

China als zweitwichtigstes Exportland schwächelt

Das wiederum liegt auch an einem Rückgang des Wachstums etwa in China. Für die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer ist dies das zweitwichtigste Exportland nach den USA.

"Wir sehen, dass das Bruttoinlandsprodukt in China weiterhin an Tempo verliert, dass die Regierung immer weniger Möglichkeiten hat, gegenzusteuern, daher gehen wir nicht davon aus, dass sich das in China kurzfristig beleben wird."

Sondern im Gegenteil, eher verschlechtern wird. Es sind also durchwachsene Aussichten für die Unternehmen und deren Beschäftigte im deutschen Maschinenbau.

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