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Nach "Sofa-Eklat"Italiens Ministerpräsident Draghi nennt Erdogan einen "Diktator"

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, EU-Ratspräsident Charles Michel und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bei einem Treffen in Ankara (AFP / Turkish Presidential Press Service)
Sessel gab es nur für Präsident Erdogan und EU-Ratspräsident Michel. (AFP / Turkish Presidential Press Service)

Der Umgang des türkischen Präsidenten Erdogan mit EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat zu diplomatischen Spannungen zwischen Italien und der Türkei geführt.

Italiens Ministerpräsident Draghi warf Erdogan vor, von der Leyen gedehmütigt zu haben, als sie bei ihrem jüngsten Besuch in Ankara nur auf einem Sofa Platz nehmen durfte. Draghi nannte das Verhalten unangebracht und Erdogan einen Diktator, bei dem man unterschiedliche Meinungen offen ansprechen müsse.

Der türkische Außenminister Cavusoglu verurteilte Draghis Aussage auf Twitter als "hässliche und ungezügelte Bemerkungen". Der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge bestellte das türkische Außenministerium den italienischen Botschafter ein. Cavusoglu hatte zuvor erklärt, die Anordnung der Sitze haben den Forderungen der EU entsprochen. Sein Land sehe sich "ungerechten Vorwürfen" ausgesetzt.

Diese Nachricht wurde am 09.04.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.