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Nach Telefonat mit TaiwanKerry belehrt Trump

US-Außenminister John Kerry (picture alliance/ dpa/ Alexander Shcherbak)
US-Außenminister John Kerry (picture alliance/ dpa/ Alexander Shcherbak)

Taiwan ist ein heikles Thema zwischen den USA und China. Dass der künftige US-Präsident Donald Trump mit Taiwans Präsidentin telefoniert hat, war Peking daher eine Protestnote wert. Jetzt hat US-Außenminister John Kerry Trump dazu aufgerufen, sich vor solchen Anrufen mit seinem Ministerium abzustimmen. Derweil legt Trump auf Twitter mit Kritik an China nach.

Kerry sagte bei einer Veranstaltung in Washington, es wäre begrüßenswert, wenn Trump sich Empfehlungen des Außenministeriums einhole. Ob er diesen Rat dann befolge, sei eine andere Frage.

China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz. Die USA unterhalten im Zuge ihrer Ein-China-Politik seit 1979 keine diplomatischen Beziehungen mehr zu Taiwan. Das Telefonat Trumps mit der taiwanesischen Regierungschefin Tsai Ing-Wen war der erste Kontakt auf oberster politischer Ebene seit fast vier Jahrzehnten. Nach Angaben von Trumps Team stimmten Trump und Tsai Ing Wen darin überein, dass es zwischen den USA und Taiwan enge Beziehungen im Bereich der Wirtschaft, Politik und Sicherheit gebe.

China fasste das Gespräch als Affront auf - und drohte mit Konsequenzen. Die Verantwortung für das Telefonat wurde in Peking allerdings Präsidentin Tsai zugeschrieben. Die Reaktion an die Adresse Trumps fiel gemäßigter aus. Das chinesische Außenministerium forderte Trumps künftige Regierung auf, das Thema Taiwan "vorsichtig und ordnungsgemäß" zu behandeln. Andernfalls könne es eine "unnötige Beeinträchtigung" der chinesisch-amerikanischen Beziehungen geben. Dies gelte es zu verhindern, hieß es.

Trump zeigte sich nun von den chinesischen Mahnungen unbeeindruckt: Auf Twitter kritisierte er die Wirtschafts- und Militärpolitik Chinas: "Hat China uns gefragt, ob es ok ist, ihre Währung abzuwerten (um unseren Firmen den Wettbewerb zu erschweren), unsere Produkte, die in ihr Land gehen, stark zu besteuern (die USA nehmen von ihnen keine Steuer) oder einen massiven Militärkomplex mitten im Südchinesischen Meer zu errichten?", fragte er und ergänzte: "Ich glaube nicht!"

Auf die neue Schimpftirade reagierte China zurückhaltend: "Wir kommentieren niemals die Persönlichkeit eines Politikers, sondern schauen uns dessen Politik an, besonders die Politik gegenüber China", sagte der Sprecher des Außenministeriums, Lu Kang, am Montag vor der Presse in Peking.

(nin/tgs)

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