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Nach UmsturzversuchTürkischer Präsident verlangt Auslieferung von Gülen

der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan  (AFP / Adem Altan)
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. (AFP / Adem Altan)

Nach dem gescheiterten Putsch in der Türkei hat Präsident Erdogan von den USA die Auslieferung des islamischen Predigers Gülen verlangt.

Erdogan macht Gülen und dessen Anhänger für den Umsturzversuch von Teilen des Militärs verantwortlich. Gülen wies jegliche Verantwortung zurück. Zudem sprach Erdogan bei einer Rede in Istanbul auch die mögliche Wiedereinführung der Todesstrafe an. Es sei in einem demokratischen Land ein Recht, über jede Forderung zu diskutieren. So etwas werde jedoch unter dem Dach des Parlaments geschehen. Der Chef der türkischen Richtergewerkschaft, Karadag, kritisierte die Entlassung von rund 2.700 Richtern und Angestellten der höchsten Gerichte. Damit würden auch Kritiker ausgeschaltet, die nichts mit dem Putschversuch zu tun hätten. Am Abend gab es in Istanbul und Ankara Solidaritätskundgebungen tausender Anhänger Erdogans.

Amnesty International warnte vor einer Wiedereinführung der Todesstrafe in der Türkei. Das Land habe sich vereint, um die Rechte gegen eine vermeintliche Junta zu verteidigen, sagte der Türkei-Experte der Menschenrechtsorganisation, Gardner. Eine Wiedereinführung der Todesstrafe würde dies zunichte machen.