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StartseiteSternzeitChefposten bei der ESA zu besetzen01.09.2020

Nachfolge für Jan Wörner gesuchtChefposten bei der ESA zu besetzen

Gestern endete die Bewerbungsfrist für das Amt des Generaldirektors der Europäischen Weltraumorganisation. Voraussetzung für den Job sind Führungserfahrung in Politik, Industrie, Wissenschaft oder Verwaltung, Bezug zum Weltraum – und die Staatsbürgerschaft eines der zweiundzwanzig ESA-Mitgliedsstaaten.

Von Dirk Lorenzen

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Walther Pelzer (DLR, Mitte), Thomas Jarzombek (Koordinator Luft- und Raumfahrt, rechts) und Daniel Neuenschwander, ESA-Direktor für Weltraumtransport (DLR) während eines Gesprächs am Rande der Ministerratstagung in Sevilla (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt)
Thomas Jarzombek (rechts), Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt auf einer Ministerratstagung, gemeinsam mit Daniel Neuenschwander (ESA, links) und Walter Pelzer (DLR, Mitte) (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt)

Seit 2015 steht der deutsche Bauingenieur Jan Wörner an der Spitze der ESA. Doch sein Vertrag wird nicht verlängert.

Trotz der demonstrativen Unterstützung vieler ESA-Staaten hatte Jan Wörner den Rückhalt Deutschlands verloren. Als er im Februar in einem verunglückten Statement den Eindruck erweckte, keine Verlängerung anzustreben, äußerte Thomas Jarzombek, Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, nur kühl seinen Respekt.

Ein Wort des Dankes für die geleistete Arbeit oder des Bedauerns über den Abschied Jan Wörners war in der Stellungnahme nicht zu lesen. Gegen den Widerstand seines Heimatlandes kann kein ESA-Chef bestehen.

Sachliche Gründe für die Beendigung der Arbeit Wörners sind nicht zu erkennen. Man mag den oft etwas unkonventionellen Führungsstil kritisieren oder dass er sich nie völlig auf eine so komplexe Behörde wie die ESA eingestellt hat.

Aber in der Sache hat er exzellent gearbeitet. Bei der letzten Sitzung des Ministerrats war die ESA so erfolgreich wie nie zuvor und bekam von Europas Raumfahrtministern genau die beantragten gut zwölf Milliarden Euro bewilligt.

Wer immer im Juli nächsten Jahres die Nachfolge Jan Wörners antritt, muss sich an diesem Erfolg messen lassen.

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