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Nachrichtensender von ARD und ZDF?Pleitgen: "Kein Bedarf"

Der Journalist und ehemalige WDR-Intendant Fritz Pleitgen (picture alliance / Oliver Berg / dpa)
Der Journalist und ehemalige WDR-Intendant Fritz Pleitgen (picture alliance / Oliver Berg / dpa)

Der ehemalige Vorsitzende der ARD, Pleitgen, sieht keinen Bedarf für einen öffentlich-rechtlichen Nachrichtensender.

Pleitgen sagte im Deutschlandfunk, es gebe genügend Plattformen, um im Ernstfall wichtige Nachrichten sofort und gekonnt zu verbreiten. Mit einer Redaktion wie "ARD Aktuell" biete man schon rund um die Uhr Nachrichten an. Pleitgen sagte, vielmehr müssten die Intendanten einen Beschluss fassen, so dass man in einem Katastrophenfall in ständiger Alarmbereitschaft sei. Nur eine Redaktion wie ARD Aktuell könne dies sicherstellen. Sie müsse die Kompetenz besitzen, in einem solchen Fall "das Geschehen zu übernehmen und sofort Sondersendungen in eigener Verantwortung" zu bestreiten. Es müsste ein Team da sein und auch ein Notfallplan - daran scheine es jedoch zu fehlen, meinte Pleitgen.

"Das darf sich nicht wiederholen"

Nach dem Anschlag auf den Berliner Breitscheidplatz 2016 seien die Zuschauerinnen und Zuschauer erst einmal im Dunkeln geblieben. Dies sei eine "armselige Vorstellung" gewesen, betonte Pleitgen, und dürfe sich nicht wiederholen. Pleitgen sagte, statt über einen Nachrichtenkanal nachzudenken, der viel Geld koste, sollte man die Redaktionen entsprechend personell und finanziell aufstellen, so dass sie solchen Situationen gewachsen seien.

Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Dreyer (SPD), hatte dem Evangelischen Pressedienst gesagt, ein öffentlich-rechtlicher Nachrichtenkanal sei "herzlich willkommen", wenn ARD und ZDF sich dafür entscheiden würden. Die Länderchefs wollen den Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender flexibler gestalten. Dreyer sagte, sie könne sich vorstellen, "dass die großen Programme im Staatsvertrag klar abgebildet sind und man den Sendern die Möglichkeiten gibt, über die Sparten flexibler zu entscheiden".

Auch der Verband Privater Medien (Vaunet) hatte bereits reagiert. Er hält einen öffentlich-rechtlichen Nachrichtenkanal für "inakzeptabel". Es gebe in Deutschland bereits "zwei hervorragende private Nachrichtensender", sagte der Vorstandsvorsitzende von Vaunet, Demmel, in Berlin. Ein zusätzlicher beitragsfinanzierter Kanal würde seiner Ansicht nach die privaten Angebote in ihrer Existenz gefährden.

Neben dem zur Mediengruppe RTL Deutschland gehörenden Nachrichtensender N-TV gibt es in Deutschland den Sender Welt des Axel-Springer-Konzerns.