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StartseiteVerbrauchertippPersönliche Kosten-Nutzen-Analyse machen20.12.2019

Nachrüstung von Diesel-PkwPersönliche Kosten-Nutzen-Analyse machen

Über fünf Millionen Diesel-Pkw mit der Abgasnorm Euro 5 rollen über Deutschlands Straßen. In Ballungsräumen und etlichen Städten droht Besitzern dieser Fahrzeuge ein Fahrverbot - wenn sie nicht nachrüsten. Einige Autobauer wollen sich an den Kosten beteiligen. Wenn auch nur unter bestimmten Bedingungen.

Von Klaus Deuse

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Auspuff mit Abgasen eines Verbrennungsmotors (imago images / Michael Weber)
Der Einbau von Hardware-Nachrüstsystemen bei Euro-5-Diesel Pkw senkt den Stickoxid-Ausstoß nachweislich unter den Grenzwert (imago images / Michael Weber)
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Der Einbau von Hardware-Nachrüstsystemen bei Euro5-Diesel Pkw senkt den Stickoxid-Ausstoß nachweislich unter den Grenzwert. Ob es für ihr jeweiliges Modell eine Freigabe gibt, darüber können sich Diesel-Besitzer auf der Webseite des Kraftfahrt-Bundesamtes und des ADAC informieren.

Die Kosten für den Einbau zum Beispiel des BNox-Systems des Filterspezialisten Twintec in ein Fahrzeug von Mercedes oder aus dem VW-Konzern beziffert der Hersteller auf etwa 3.300 Euro. Die beiden Autobauer haben sich zwar zu einer Kostenübernahme von bis zu 3.000 Euro bereit erklärt, doch damit darf nicht jeder Euro5-Diesel-Besitzer der beiden Marken rechnen, sagt Johannes Boos vom ADAC.

"Der Zuschuss gilt jeweils für Kunden, die ihren Erstwohnsitz in einer der Intensivstädte haben, die 2017 beim Diesel-Gipfel festgelegt wurden oder in einem direkt angrenzenden Landkreis wohnen. Infos zur Beantragung des Zuschusses gibt es auf den Internetseiten der Hersteller."
 
BMW und Volvo gehören nicht dazu, obwohl auch für deren Modelle Nachrüstsätze auf dem Markt verfügbar sind. Den Einbau der Hardware nehmen übrigens nicht die Hersteller wie Twintec, ein Tochterunternehmen von Baumot, selbst vor, sondern für Abgas-Untersuchungen (AU) zertifizierte Werkstätten, mit denen man zur Zeit Kooperationsvereinbarungen abschließt. Marcus Hausser von Baumot empfiehlt deshalb Interessenten, sich mit Postleitzahl und Fahrzeugmodell auf der Webseite des Unternehmens anzumelden.

"Er kriegt dann von uns automatisch, sobald das entsprechende System verfügbar ist, eine Nachricht und weiß dann, an welche Werkstatt er sich wenden kann."

Nachrüstung in anerkannter AU-Werkstatt durchführen

Bislang haben sich bereits rund 15.000 Diesel-Eigner eingetragen. Johannes Boos vom ADAC begründet, warum die Nachrüstung in einer anerkannten AU-Werkstatt durchgeführt werden sollte.

"Die Werkstatt bestätigt, dass alle Teile ordnungsgemäß eingebaut wurden und der Filter einwandfrei funktioniert. Wenn die Nachrüstung von einer anderen Stelle durchgeführt werden sollte, dann muss der Einbau anschließend noch von offizieller Stelle bestätigt werden. Zum Beispiel durch einen amtlich anerkannten Sachverständigen."

Ein nachgerüsteter Euro-5-Diesel, so Johannes Boos, bleibt zwar ein Euro-5-Diesel, fällt mit einem entsprechenden Eintrag in der Zulassungsbescheinigung aber nicht mehr unter das Fahrverbot.

"Das hat man früher mal den Fahrzeugschein genannt. Das heißt: Bei einer Kontrolle in einer Fahrverbotszone ist es wichtig, den Fahrzeugschein dabei zu haben."

Kosten für den Einbau aus eigener Tasche vorstrecken

Auch mit dem Nachweis eines Termins zur Nachrüstung kann man im Zweifelsfall einem Fahrverbot vorbeugen. Zu Beginn des kommenden Jahres rechnen die Anbieter von Hardware-Einbausätzen mit einer flächendeckenden Versorgung durch AU-Werkstätten. Die Kosten für den Einbau müssen die Autobesitzer allerdings erst einmal aus eigener Tasche vorstrecken.

Die Anträge auf einen Zuschuss schicken Diesel-Besitzer nach dem Einbau an die Autohersteller, die eine Förderung zugesagt haben. Unter dem Strich steht aber in jedem Fall ein Eigenanteil von rund 300 Euro oder mehr. Ob sich eine Nachrüstung lohnt, sagt Johannes Boos, das kommt immer auf das Ergebnis einer ganz persönlichen Kosten-Nutzen-Analyse an.

"Das hängt zum Beispiel davon ab, ob ich nennenswert von Fahrverboten betroffen bin, ob es eine Förderung gibt und auch ob ich den Wert meines Fahrzeuges steigern oder erhalten kann. Zum Beispiel wenn ich das Auto verkaufen will." 

Unabhängig davon profitiert von einer Nachrüstung die Umwelt.

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