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NahostAuch Bahrain normalisiert Beziehungen zu Israel

Zwei Bilder nebeneinander: Links ist der israelische Ministerpräsident Netanjahu, rechts der König von Bahrain, Hamad bin Isa Al Khalifa (AFP)
Israels Ministerpräsident Netanjahu (l.) und der König von Bahrain, Hamad bin Isa Al Khalifa (AFP)

Einen Monat nach der Vereinbarung mit den Vereinigten Arabischen Emiraten hat Israel auch mit dem Königreich Bahrain eine Normalisierung der gegenseitigen Beziehungen verabredet. In einer gemeinsamen Erklärung kündigten die Länder die Aufnahme direkter Gespräche an. Als Vermittler präsentierte sich auch in diesem Fall US-Präsident Trump, der die Einigung per Twitter bekanntgab.

Das sei ein historischer Durchbruch für mehr Frieden im Nahen Osten, betonte er nach einem Telefonat mit Bahrains König Hamad bin Isa Al Chalifa und Israels Ministerpräsidenten Netanjahu. Bahrain ist das vierte arabische Land nach den Emiraten, Jordanien und Ägypten, das eine derartige Vereinbarung mit Israel eingegangen ist. Die Emirate hatten im August ebenfalls unter amerikanischer Vermittlung die Aufnahme diplomatischer Beziehungen beschlossen. Ihr Abkommen mit Israel soll kommende Woche im Weißen Haus besiegelt werden.

Netanjahu lobt Einigung

Netanjahu sprach von "einer neuen Ära des Friedens", die Investitionen in Israel mit sich bringen werde. Den Vereinbarungen seien jahrelange intensive Bemühungen hinter den Kulissen vorausgegangen. Es sei Präsident Trump zu verdanken, dass sie jetzt Früchte trügen.

Palästinenser reagieren erzürnt

Die staatliche Anerkennung Israels gilt den meisten Staaten in der Region wegen des Konflikts mit den Palästinensern als Tabu. Deren Führung drückte in einer Stellungnahme umgehend ihre "starke Ablehnung und Verurteilung" der Vereinbarung aus. Es handele sich um "Verrat an Jerusalem, der Al-Aksa-Moschee und der palästinensischen Sach". Außerdem legitimiere sie "die abscheulichen Verbrechen der israelischen Besatzungsmacht an unserem palästinensischen Volk". Dagegen betonte König Hamad bin Isa al-Chalifa in einer Erklärung, es sei notwendig, zu einem "gerechten und umfassenden Frieden" zu gelangen. Bahrain halte an einer Zwei-Staaten-Lösung fest.

Lob aus Kairo

Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi twitterte, das Abkommen stärke den Frieden und die Stabilität im Nahen Osten. Ägypten ist mit Bahrain, Saudi-Arabien und den VAE verbündet. Das nordafrikanische Land hat ebenfalls diplomatische Beziehungen mit Israel.

Diese Nachricht wurde am 12.09.2020 im Programm Deutschlandfunk gesendet.