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Nahost-KonfliktRaketenkrieg kehrt zurück

Israels Luftwaffe flog Angriffe auf Gaza-Stadt. (dpa / Mohammed Saber)
Israels Luftwaffe flog Angriffe auf Gaza-Stadt. (dpa / Mohammed Saber)

Im Nahen Osten hält die Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern im Gazastreifen an. Die israelische Luftwaffe begann gestern eine Offensive, der bisher rund 30 Menschen zum Opfer fielen. Die Hamas nimmt ihrerseits aus dem Gazastreifen heraus Israel seit Tagen unter Raketenbeschuss.

In Tel Aviv heulten während der Nacht Warnsirenen. Zum ersten Mal seit fast zwei Jahren feuerten militante Palästinenser mindestens zwei Raketen auf den Großraum Tel Aviv ab. Sie seien von der Raketenabwehr abgefangen worden, teilte die Armee mit. Tel Aviv liegt rund 70 Kilometer nördlich des Gazastreifens. Mit rund 400.000 Einwohnern ist sie nach der Hauptstadt Jerusalem die zweitgrößte Stadt Israels.

Explosionen in Jerusalem

Auch in Jerusalem gab es Raketenalarm. Die Menschen suchten Zuflucht in den Luftschutzbunkern. Die Hamas erklärte, sie habe Raketen auf Jerusalem, Tel Aviv und die nördlich gelegene israelische Hafenstadt Haifa abgefeuert. Der Angriff auf Haifa, die drittgrößte Stadt Israels, wäre der bislang tiefste Schlag auf israelisches Territorium. Als Reaktion auf den palästinensischen Raketenbeschuss flog die israelische Luftwaffe Angriffe auf den Gazastreifen, denen rund 30 Menschen zum Opfer fielen. Die Hamas warf Israel daraufhin "ein schreckliches Kriegsverbrechen" vor. 

Am Abend meldete sich der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zu Wort: "Der Staat Israel ist mitten in einer Kampagne, um die Sicherheit und die Ruhe für unsere Bürger wiederherzustellen. Wir werden Raketen auf unsere Städte und Ortschaften nicht dulden. Daher habe ich eine bedeutende Ausweitung der Militäroperation gegen die Hamas und die anderen Terrororganisationen im Gazastreifen angeordnet." Zuvor hatte Netanjahu die Armee angewiesen, auch Vorbereitungen für eine mögliche Bodenoffensive im Gazastreifen zu treffen. Im Kampf gegen die Hamas sei es an der Zeit, "die Samthandschuhe auszuziehen". Bis zu 40.000 Reservisten können nun mobilisiert werden.

Internationale Besorgnis wegen Gewalt im Nahen Osten

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte alle Seiten zur größtmöglichen Zurückhaltung auf, um eine weitere Destabilisierung der Lage zu vermeiden. Er verurteilte die Raketenangriffe militanter Palästinenser auf Israel. Doch auch die "unhaltbare Situation" in Gaza müsse angesprochen und in eine Lösung des Konflikts einbezogen werden.

Die USA ergriffen klar Partei für ihren Verbündeten Israel. "Wir verurteilen den anhaltenden Raketenbeschuss auf Israel und die israelische Zivilbevölkerung durch Terroristen aus Gaza", sagte Präsidialamtssprecher Josh Earnest.  Israel stehe ein Recht zur Selbstverteidigung zu. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) appellierte an beide Seiten, "dass eine militärische Konfrontation vermieden werden muss, die völlig außer Kontrolle gerät".

(tzi/nin)

 

 

 

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