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Nahost-KonfliktZähes Ringen um Waffenruhe

Ein bewaffneter israelischer Soldat steht neben brennenden Reifen während Auseinandersetzungen mit Palästinensern nahe einer jüdischen Siedlung bei Ramallah. (afp / Abbas Momani)
Beim jüngsten Gaza-Krieg wurden bereits mehr als 800 Menschen getötet. (afp / Abbas Momani)

Israel will bei seinem Militäreinsatz im Gazastreifen offenbar eine zwölfstündige Feuerpause einlegen. Eine von US-Außenminister Kerry vorgeschlagene Waffenruhe war zunächst vom israelischen Sicherheitskabinett angelehnt worden.

Israel hat nach US-Angaben eine zwölfstündige Waffenruhe für den Gazastreifen ab Samstagmorgen akzeptiert. "Israel hat in eine zwölfstündige Waffenruhe ab 07.00 Uhr am Samstag eingewilligt", sagte ein US-Vertreter aus der Delegation von Außenminister John Kerry am Freitagabend in Kairo, wobei offen blieb, ob damit Ortszeit gemeint war.

Kerry hatte zuvor angekündigt, zu weiteren Beratungen am Samstag nach Paris zu reisen, wo nach französischen Angaben eine internationale Außenministerkonferenz über den Gaza-Konflikt beraten will.

Die Online-Ausgabe der israelischen Zeitung "Haaretz" hatte zuvor unter Berufung auf einen Regierungsvertreter berichtet, dass die Pläne von US-Außenminister Kerry vorerst gescheitert seien. Laut Staatsfernsehen wurde die Entscheidung gegen die einwöchige Waffenruhe einstimmig vom Sicherheitskabinett des Landes getroffen. Aus Regierungskreisen hieß es, das Sicherheitskabinett fordere Veränderungen an dem Vorschlag, für den sich die USA und Staaten der Region eingesetzt hatten.

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Kerry wollte mehrtägige "humanitäre Feuerpause"

Kerry wollte erreichen, dass die Konfliktparteien während der Feuerpause unter ägyptischer Vermittlung Verhandlungen über eine längerfristige Lösung aufnehmen. An den Gesprächen sollte auch die Palästinensische Autonomiebehörde teilnehmen. Vorgesehen war zudem, dass die USA, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und die Europäische Union dafür garantieren, dass die drängendsten Punkte der Konfliktparteien bei den Verhandlungen zur Sprache kommen: für Israel ein raketenfreier Gazastreifen und für die Hamas ein Ende der Blockade des Gazastreifens.

Palästinenser klagen gegen Israels Gaza-Offensive

Unterdessen haben die Palästinenser Klage gegen Israels Gaza-Offensive vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag eingereicht. Der französische Anwalt Gilles Devers teilte mit, es gehe um "Kriegsverbrechen der israelischen Armee im Juni und Juli 2014 im Zuge der Militäroperation 'Schutzlinie'". Devers sprach von einem "Militärangriff gegen die palästinensische Zivilbevölkerung".

In den vergangenen 17 Tagen schwerer Gefechte starben nach Angaben der Rettungsdienste in Gaza aufseiten der Palästinenser mehr als 800 Menschen, auf israelischer Seite 33 Soldaten und drei Zivilisten. Zehntausende Menschen sind auf der Flucht. Israel kämpft seit dem 8. Juli mit Luftangriffen gegen die Hamas, um deren andauernden Raketenbeschuss zu unterbinden.

(sdö/stfr/tj/ach)

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