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StartseiteVerbrauchertippRind-, Schwein- und Lammfleisch erhöhen das Krebsrisiko06.04.2021

Nahrungsmittel Rind-, Schwein- und Lammfleisch erhöhen das Krebsrisiko

Mit gesunden Essgewohnheiten lassen sich laut Deutschem Krebsforschungszentrum viele Krebsfälle vermeiden. Forscher haben eine klare Empfehlung, welche Nahrungsmittel auf den Teller gehören und wovon man besser die Gabel lässt.

Von Leonard Ameln

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ILLUSTRATION - Ein Mann grillt am 17.07.2019 in einem Park in Hamburg Grillwuerste auf einem Grill (gestellte Szene). Foto: Christin Klose || Modellfreigabe vorhanden (picture alliance / dpa-tmn | Christin Klose)
Wenigstens die schwarzen Teile sollten bei angekohltem Grillfleisch entfernt werden (picture alliance / dpa-tmn | Christin Klose)
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"Es gibt ein dosisabhängiges Risiko zwischen Krebs und dem Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch. Und dieses dosisabhängige Risiko ist mittlerweile sehr, sehr gut belegt, mit viel Evidenz", so Nicole Erickson, Sprecherin für Ernährung der Deutschen Krebsgesellschaft. "Das heißt für jede 50 Gramm am Tag, die ich verarbeitetes, und verarbeitetes, rotes Fleisch esse, wird mein Darmkrebsrisiko um 18 Prozent steigen."

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Rind also, Schwein oder Lamm erhöhen das Krebsrisiko. Und das um so mehr, wenn es geräuchert oder gepökelt ist. Auch scharf angebratenes oder auf dem Grill angekohltes Fleisch enthält krebserregende Substanzen. Hier sollten wenigstens die schwarzen Teile entfernt werden. Besser noch: Es wird gedünstet, gegart oder gekocht, und häufiger durch unbedenklicheres Geflügel oder Fisch ausgetauscht.

Auch das Glas Wein oder Bier zur Mahlzeit, oder der Schnaps danach darf im Sinne der Krebsvorsorge öfter mal weggelassen werden, rät Rudolf Kaaks vom Deutschen Krebsforschungszentrum: "Alkoholkonsum steigert das Risiko bestimmter Krebstypen enorm, ist fast Hauptfaktor Nummer eins, (…) also: Alkohol nur moderat genießen."

Je weniger Zucker desto besser

Auch Zucker haben die Krebsforscher im Visier – je weniger davon eingenommen wird, desto besser: "Weil diese zuckerhaltigen Lebensmittel auch oft leere Kalorien mit sich bringen, und dann hat man nur mehr Hunger und isst mehr. Und insofern sie dann zu Übergewicht führen, führen sie auch zu einem erhöhten Risiko von Krebserkrankungen."

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"Die Gesamtsterblichkeit, die frühzeitige Sterblichkeit, die durch Adipositas verursacht wird – nicht nur für Krebs – ist enorm. Ich würde sagen, wenn man wirklich aus Ernährungssicht eine Empfehlung abgeben soll, dann diese: schlank bleiben."

Und dabei leistet eine pflanzlich betonte, ballaststoffhaltige Ernährung gute Dienste. Der Tipp der Forscher: Die Hälfte des Tellers sollte mit Obst oder Gemüse gefüllt werden, ein weiteres Viertel aus Kohlehydraten wie Nudeln, Getreide oder Kartoffeln, und das letzte Viertel aus Eiweißhaltigem wie Hülsenfrüchten, Fleisch, Fisch oder zum Beispiel Tofu.

Möglichst bunt sollte der Teller dabei sein, und jedes Mal unterschiedliche Zutaten darauf liegen: "Mit dieser farbenfrohen und abwechslungsreichen Ernährung kann man dann sichern, dass man dann alle dieser verschiedenen sekundären Pflanzenstoffe und Vitamine zu sich nimmt."

Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln

"Da gibt es auch sehr viel Evidenz - teilweise aber nur an Labor- und Tierstudien - die zeigen, dass Antioxidantien und sekundäre Pflanzenstoffe krebspräventiv wirken können, allerdings empfiehlt der World Cancer Research Fund explizit, unnötigen Nahrungsergänzungsmittel zu vermeiden."

Oft sind diese isolierten Zusätze nämlich überdosiert und können nicht in Synergie mit anderen Stoffen aus naturbelassenen Lebensmitteln wirken. Dann besteht sogar die Gefahr, dass die Nahrungsergänzungsmittel im Sinne der Krebsvorsorge nachteilig wirken.

Unterm Strich empfehlen die Forscher also: "Verzehr von frischem Gemüse, Obst, Vollgetreideprodukten, nicht so viel Fleisch, vor allem nicht so viel Alkohol und nicht so viel Zucker, das sind einige wichtige Punkte."

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