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StartseiteThemaEine Allianz sucht ihre Identität03.12.2019

NATO-Treffen in LondonEine Allianz sucht ihre Identität

Die NATO feiert in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen. Zur Zeit überwiegen allerdings die Differenzen innerhalb der Militärallianz. Einzelne Mitgliedstaaten haben das Bündnis heftig kritisiert. Das Jubiläumstreffen in London soll offenbar einen Reflexionsprozess einleiten.

Nato-Flagge am 70. Jahrestag der Gründung der Organisation bei einer Zeremonie in Kopenhagen, Dänemark (Claus Bech / imago)
Nato-Flagge am 70. Jahrestag der Gründung der Organisation bei einer Zeremonie in Kopenhagen, Dänemark (Claus Bech / imago)

Die Krise, in der die NATO an ihrem Geburtstag steckt, sitzt tief. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kritisierte das Bündnis als hirntot, woraufhin der türkische Präsident Erdogan entgegnete: Macron solle sich versichern, ob er nicht selbst hirntot sei. Dabei wird gerade der Türkei nachgesagt, sich von der westlichen Militärallianz ab- und Russland zuzuwenden. Schließlich waren es türkische Truppen, die im Herbst im Alleingang in Nordsyrien einmarschierten, sodass die Bündnispartner nichts mehr fürchteten als einen syrischen Gegenangriff, der sie zu Beistand verpflichtet hätte.

Trump fährt Engagement zurück

Am Ende vermittelte kein NATO-Mitglied, sondern Russland – und die USA sahen zu. Denn US-Präsident Donald Trump fährt das außenpolitische Engagement der USA zurück und pocht vor allem darauf, dass insbesondere die europäischen Partner ihre finanziellen Beiträge nach oben schrauben sollten. Die Europäer hingegen zweifeln daran, ob sich die USA unter Donald Trump der NATO im Bündnisfall überhaupt verpflichtet fühlen würden. 
Und so scheint es, als sei allen eines gemeinsam: Es mangelt am Vertrauen.

Aktuelles zur NATO:

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Die NATO ist in Unruhe und das liegt vor allem an Frankreichs Präsident Macron und seiner "Hirntod"-Aussage, meint Bettina Klein. Für die deutsche Außenpolitik könnte das eine Chance sein, die Allianz mit klugen Vorschlägen auf eine neue Linie zu bringen.

  (picture alliance/Philipp von Ditfurth/dpa) (picture alliance/Philipp von Ditfurth/dpa)Außenpolitik der EU - Von der Leyen will mehr Europa in der Welt
Das Gewicht und die Handlungsfähigkeit der EU in der Welt zu stärken, ist eine der Aufgaben, der sich die neue EU-Kommissionspräsidentin verpflichtet hat. Das Prinzip der Einstimmigkeit in der Außenpolitik könnte für von der Leyen zum Stolperstein werden.

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Frankreichs Präsident fordert, dass Europa sein Verhältnis zu Russland neu gestaltet. Sonst werde der Kontinent nie stabil sein. In der Ukraine hat Macron damit Entsetzen ausgelöst. Kompromisse mit Putin könnten aktuell nur zu Lasten Kiews gehen.

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   (dpa-Bildfunk / AP / Ritzau Scanpix) (dpa-Bildfunk / AP / Ritzau Scanpix)Dänemark und die Nato - Hilfe aus Tradition
Vor dem Nato-Treffen hat Dänemark angeboten, die Nato-Mission im Irak zu führen. Dänemarks Unterstützung habe Tradition, sagte Christian Mölling, Vize-Direktor der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, im Dlf. 

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  (dpa/Ralf Hirschberger) (dpa/Ralf Hirschberger)Grünen-Politiker Trittin - "NATO ist geprägt von tiefen Gegensätzen" Jürgen Trittin sieht die NATO in einer schweren Krise. Inzwischen würden sich Mitglieder "militärisch bedrohen", sagte er im Dlf. Um nicht zum Spielball eines Wirtschaftskrieges zu werden,bräuchte Europa eine gemeinsame Außenpolitik.

Geschichte der NATO:

   (picture alliance/dpa/Daniel Naupold) (picture alliance/dpa/Daniel Naupold)Gründung der NATO - Zwischen Bündnisverteidigung und Auslandseinsätzen Die NATO sollte die Amerikaner in Europa drin, die Sowjets draußen, die Deutschen klein halten. Auf diese Kurzformel brachte es der erste Generalsekretär der Militärallianz. Am 4. April 1949 wurde sie in Washington gegründet. 

  (AP/Andrew Harnik) (AP/Andrew Harnik)70 Jahre NATO - Einer für alle, alle für einen Zum Jubiläum der NATO warb Generalsekretär Jens Stoltenberg im US-Kongress für die Organisation. Gegründet mit dem Ziel, einander zu verteidigen, sei es das erfolgreichste Bündnis der Geschichte. Zurzeit gibt es allerdings Dissens.

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