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StartseiteVerbrauchertippDarauf sollten Fluggäste achten05.07.2019

Nebenkosten bei günstigen FlügenDarauf sollten Fluggäste achten

Schnäppchenjäger auf der Suche nach preiswerten Flugtickets müssen einiges beachten, damit aus dem günstigen Flug nicht ein teurer Spaß wird. Oft kommen eine ganze Reihe an Nebenkosten zum Ticketpreis hinzu, wenn man bei der Buchung ein paar Kleinigkeiten übersieht.

Von Thomas Wagner

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Flugzeuge der Gesellschaften Ryanair und Easyjet stehen auf dem Rollfeld des Flughafen Tegel.  (picture alliance / Jörg Carstensen)
Bei Billig-Airlines müssen Koffer und Taschen, die als Gepäck eingecheckt werden, oft zusätzlich bezahlt werden. (picture alliance / Jörg Carstensen)
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Zwölf Airlines getestet und nicht immer für gut befunden: Andreas Hoelzel vom ADAC München:

"Wer einen Flug bucht, sollte nicht nur auf die reinen Ticketpreise achten. Denn fast immer kommen Zusatzkosten hinzu, die den Endpreis deutlich steigen lassen. Im Schnitt kamen bei unseren Testbuchungen nochmals ein Drittel des Flugpreises obendrauf."

Denn häufig fallen so genannte "Flugnebenkosten" an, die im Ticketpreis so nicht enthalten sind. Das geht bereits beim Check-In los. Wer nämlich mit seinem vermeintlich günstig im Internet gebuchten Ticket an den Check-In-Schalter geht, zahlt extra.

Darauf weist Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hin:

"Wichtig ist, nach der Buchung, den Online-Check-In zu wählen. Kommt man nämlich an den Flughafen, entstehen hier erhebliche Sondergebühren für das Einchecken am Flughafen selbst. Hier kann ein Check-In- am Flughafen schon mal bis zu 50 Euro pro Person ausmachen."

Gepäckstücke vorab übers Internet einchecken

Summen in ähnlicher Größenordnungen können auf einen Fluggast zukommen, der sein Gepäck nicht bereits vorab online hinzu bucht. Hier lohnt sich ein Blick ins Kleingedruckte des Tickets: Ist Gepäck dabei? Und wenn ja – wie groß darf es sein? Gerade bei Low-Cost-Airlines müssen Koffer und Taschen, die als Gepäck eingecheckt werden, oft zusätzlich bezahlt werden.

In der Regel empfiehlt es sich, diese Gepäckstücke vorab übers Internet einzuchecken. Wer das nicht tut, kann am Flughafen eine böse Überraschung erleben.

"Die Verbraucher waren dann am Flughafen und haben pro Gepäckstück nochmals 75 Euro extra bezahlen müssen", sagt Buttler.

Hinzu kommt: Häufig ist dem Fluggast bei der Online-Buchung nicht so recht bewusst, ob er nun ein Gepäckstück mit gebucht hat oder nicht. Die entsprechenden Passagen sind reichlich kompliziert – und manchmal bewusst missverständlich – formuliert, vermuten Verbraucherschützer und betroffene Fluggäste wie Vielflieger Hans-Peter Schmutz aus dem Schwarzwald:

"Ich habe mich eingeklickt und habe wirklich gedacht, ich habe das Gepäck gebucht. Und siehe da: Am Schalter war es eben nicht so. Also durften wir 50 Dollar extra bezahlen für unser Aufgabegepäck. Das war unübersichtlich. Ich wurde schlichtweg hereingelegt!"

Zusätzliche Kosten kann es auch beim Handgepäck geben. Grundsätzlich ist, so Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, zwar immer ein Handgepäckstück frei. Allerdings: Auf die Größe kommt es an. Und die sei bei vielen Airlines auf den Zentimeter genau vorgeschrieben.

Aufpassen bei der Online-Sitzplatzreservierung

"Sobald der Koffer hier etwas größer ist beim Handgepäck, sind schon Zusatzkosten fällig. Die können erheblich sein. Und da sollte man vielleicht nochmals kurz ins Kleingedruckte schauen", sagt Buttler.

Erheblich billiger ist es auch, auf die von den meisten Airlines vorgesehene Online-Sitzplatzreservierung zu verzichten. Denn:

"Mittlerweile hat es sich durchgesetzt, dass Sitzplatzreservierungen Zusatzentgelte kosten. Hier muss man damit rechnen, dass nochmals so zehn, 20 Euro pro Sitzplatz auf einen zukommen können", sagt Buttler.

Wer als Kleingruppe oder als Familie dennoch zusammensitzen will, kann sich aber, so Verbrauchschützer Buttler, eines Buchungstricks bedienen:

"Hier würde es sich anbieten, wenn man sich von der Airline einen Sitzplatz frei zuweisen lässt. Das ist ja weiterhin kostenfrei. Und dann aber einen Sitzplatz neben dem Wunschpartner wählt, dass man dann nur noch die Hälfte der Reservierungskosten hat", sagt Buttler.

…was in der Theorie leichter klingt, als es in der Praxis wirklich ist. Und manche Airlines haben die Option "Sitzplatz-Zuweisung ohne Gebühren" ziemlich gut im Dickicht ihrer Buchungsplattform versteckt.

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