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StartseiteSprechstunde"Wo gehobelt wird, fallen auch Späne"05.02.2019

Nebenwirkungen von Psychotherapie"Wo gehobelt wird, fallen auch Späne"

Wie alle Heilmethoden könnten auch Psychotherapien unerwünschte Nebenwirkungen haben, sagte der Psychologe Bernhard Strauß im Dlf. Im Laufe einer Therapie könne es zu Entwicklungen kommen, die nicht erwartbar seien. Therapeuten müssten ihre Patienten darauf vorbereiten.

Bernhard Strauß im Gespräch mit Carsten Schröder

Gespräch in einer psychotherapeutische Praxis aus der Aufsicht fotografiert. (imago / Felix Jason)
Therapien können auch Auswirkungen auf das soziale Umfeld der Patienten haben (imago / Felix Jason)
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"Wir gehen davon aus, dass Psychotherapien, wie alle Heilmethoden, unerwünschte Nebenwirkungen haben können, von denen ein kleiner Teil sicher dadurch bedingt wird, dass die Therapeuten nicht richtig arbeiten, also Kunstfehler machen. Das ist aber eher eine seltener Fall", sagte der Direktor des Instituts für Psychosoziale Medizin und Psychotherapie in Jena, Bernhard Strauß, im Dlf.

Häufig bemängelten Patienten, dass sich ihr Zustand vorübergehend verschlechtere. Bei Depressionen könnten beispielsweise noch Angstzustände hinzukommen. "Das sind Entwicklungen, die im Prozess der Aufarbeitung entstehen, die aber a priori nicht erwartbar sind und deswegen sind es Nebenwirkungen."

Auswirkungen auf das soziale Umfeld

Hinzu komme, dass Therapien auch Auswirkungen auf das soziale Umfeld der Patienten haben können - positive wie negative.

"Wenn die Patienten zum Beispiel erfahren, dass eine Beziehung, in der sie leben, nicht gut ist oder es gar zu einer Trennung kommt, kann es im Nachhinein betrachtet sogar die beste Lösung sein." Oft wären die Betroffenen dann überrascht und überfordert. "Das ist eine klassische soziale Nebenwirkung von Psychotherapie", sagt Strauß.

Im schlimmsten Fall könne es im Laufe einer Psychotherapie auch zum Suizid kommen - gerade bei Depressionen bestehe dieses Risiko. In einer guten Therapie habe der Therapeut jedoch diesen Faktor im Blick. "Die Suizid-Prophylaxe ist ein ganz wichtiger Aspekt", betont Strauß.

Grundsätzlich müsse man Patienten vor einer Therapie immer auf mögliche Nebenwirkungen vorbereiten – und ihnen die Wirkung erklären.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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