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StartseiteAtelier neuer MusikThomas Beimel als Komponist und Kommunikator27.05.2017

Netzwerker der Peripherien Thomas Beimel als Komponist und Kommunikator

"Ich habe keine Identität": So brachte er die Sache gern pointiert auf den Punkt. Der Wuppertaler Komponist, Künstler und Kommunikator Thomas Beimel, der im vergangenen Jahr überraschend verstarb, verstand Identität stets als etwas, was immer nur in Beziehung entstehe. So verstand er auch das Komponieren: als Akt der Kommunikation.

Von Ingo Dorfmüller

Thomas Beimel mit Hut und buntem Hemd. (Albert Groth)
Kommunikation als Leitmotiv: der Komponist Thomas Beimel (Albert Groth)

Der 1967 in Essen geborene Komponist, Instrumentalist und Performer Thomas Beimel hatte sich bewusst für die Provinz entschieden: Wuppertal wurde der Ort seines Lebens und Schaffens, Von hier aus knüpfte er Beziehungen zu anderen vermeintlichen Peripherien – nach Lateinamerika, nach Madrid und nach Bukarest.

Die rumänische Komponistin Myriam Marbe wurde seine Mentorin. Weit vom Mainstream entfernt ist auch Beimels musikalische Sprache: Die Melodie, schrieb er, sei ihm als "Träger von Affekten" noch immer wichtig. Oft arbeitet er mit reduzierten, geradezu unscheinbaren Materialien, einfachen melodischen oder rhythmischen Zellen, die er auf überraschende Weise auf verborgene Sinngehalte abklopft. Kein großer Weltentwurf in Tönen ist dies, sondern ein geduldig-hintersinniges Fragen. Musik war für ihn wesentlich Kommunikation: Identität, so formulierte er, besitze man nicht, sie stelle sich immer nur in Beziehung zu anderen her. Das machte Thomas Beimel auch zu einem  Fixpunkt der Musik- und Kulturszene in Wuppertal: Sein überraschender Tod am 29.Juni 2016 hinterließ nicht nur dort eine schmerzliche Lücke.

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