Freitag, 02. Dezember 2022

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Neue DLF-Produktion
Sabine Liebner spielt Scelsi

Ihn beschäftige die Suche nach Wahrheit im Innern der Klangs. Besondere Aufmerksamkeit widmete der Italiener Giacinto Scelsi dabei dem Klavier. Viele Solowerke entstanden aus spontanem Erfinden. Sabine Liebner hat zwei Klaviersuiten aus den 1950er Jahren im Deutschlandfunk auf CD eingespielt.

Am Mikrofon: Yvonne Petitpierre | 27.02.2021

    Eine Frau sitzt am Flügel und hat ihre Hände übereinandergekreutzt auf der Klaviatur liegen. Im Hintergrund ist ein weiter Flügel zu sehen, ebenfalls Mikrofonstative.
    Die Pianistin Sabine Liebner am Steinway im Deutschlandfunk Kammermusiksaal. (T. Kujawinski / Deutschlandradio)
    Giacinto Scelsi, Jahrgang 1905, gehört zu den bedeutenden Komponisten des 20. Jahrhunderts. Den Serialisten, die alle musikalischen Parameter zu definieren versuchten, stand er als Außenseiter entgegen. Nicht zuletzt, weil er all seine Werke, die aus dem Improvisieren entstanden, mit fremder Hilfe notierte oder von Tonbändern abschreiben ließ.

    Pianistische Extreme

    Ende der 1950er Jahre begann Scelsi, seine vielen Klavierminiaturen zu größeren Werken zusammen zu fassen. Die Reihe seiner Klaviersuiten, begann mit der Nr. 8, die die Münchner Avantgarde-Spezialistin Sabine Liebner für das Label WERGO im Deutschlandfunk Kammermusiksaal neu eingespielt hat. Ob die Suite mit dem Titel "Bot-Ba" tibetanische Spiritualität reflektiert, bleibt unklar – wie so vieles in Scelsis verrätseltem Werk die gleichfalls aufgenommene Suite Nr. 11 ist durch wilde pianistische Ausbrüche charakterisiert. Sie wurde erst nach Scelsis Tod 1988 uraufgeführt.
    Giacinto Scelsi
    Suite Nr. 8 - "Bot-Ba" (Ausschnitte)
    Suite Nr. 11 (Ausschnitte)
    Sabine Liebner, Klavier