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StartseiteDeutschland heuteKölner Prominente im Visier von Rechtsextremen24.06.2019

Neue DrohungenKölner Prominente im Visier von Rechtsextremen

Auf einer Internetseite werden vor allem Kölner Prominente von Rechtsextremen an den Pranger gestellt. Wer dafür verantwortlich ist, ist unklar. Die Website ist in den USA registriert. Die Ermittlungen stehen auch deshalb noch ganz am Anfang.

Von Vivien Leue

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Nach dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hatten mehrere Politiker Morddrohungen erhalten, darunter die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (dpa/picture alliance/Rolf Vennenbernd)
Die parteilose Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker war im Oktober 2015 von einem Rechtsextremisten mit einem Messer angegriffen und lebensgefährlich verletzt worden (dpa/picture alliance/Rolf Vennenbernd)
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Mit diesen Worten ist der Internetauftritt der Internet-Seite Nürnberg 2.0 überschrieben. Die Seite war am Montag vom Landeskriminalamt Berlin gesperrt worden.

Auch Kölner Kardinal im Visier

Auf der Website werden bekannte Personen an den Pranger gestellt und mit einer Liste ihrer angeblichen Vergehen präsentiert. Auffällig ist dabei, dass verstärkt Kölner Prominente auf der Liste auftauchen. Darunter befinden sich etwa der Schriftsteller Navid Kermani, Ex-Oberbürgermeister Fritz Schramma sowie der Rainer Maria Kardinal Woelki.

Wer hinter der Website steht, lässt sich nur schwer feststellen. Die Tatsache, dass die Website in den USA registriert ist und auch kein Impressum enthält, macht die Arbeit für Ermittlungsbehörden in Deutschland schwer. Eine Möglichkeit stellt ein Rechtshilfeersuchen dar, durch welches man mit US-Behörden kooperieren könnte. Die Polizei war bisher nicht für eine Stellungnahme zum Ermittlungsstand zu erreichen.

Beck fordert besseren Schutz

Der Grünen-Politiker Volker Beck, der selbst auf der Liste zu finden ist, zeigte sich wenig verwundert. Er erhalte seit Jahren Morddrohungen aus der rechten Szene. Beck schlägt als Maßnahme vor, dass potenzielle Opfer von Beginn an besser geschützt werden müssten.

Auch die Kölner Oberbürgermeisterin Reker hatte in der vergangenen Woche konkrete Morddrohungen erhalten. Aus ihrer Sicht sind nicht die konkreten Drohungen gegen sie das Problem, sondern vielmehr die gesellschaftliche Entwicklung hin zur Verrohung. Diese Tendenz dürfe man nicht akzeptieren. Reker steht mittlerweile unter Polizeischutz.

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