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Neue GesprächeNordafrika-Expertin sieht nur geringe Chancen auf Lösung des Westsahara-Konflikts

Ein Mann aus dem Volk der Sahrauis hält eine Flagge der Widerstandsorganisation Polisario hoch, im Hintergrund sichern marokkanische Soldaten die Grenzmauer zum von Marokko kontrollierten Teil der Westsahara (AFP)
Ein Mann hält eine Flagge der Widerstandsorganisation Polisario hoch. (AFP)

Trotz der geplanten Wiederaufnahme politischer Gespräche im Westsahara-Konflikt schätzt die Nordafrika-Expertin Isabelle Werenfels die Aussichten auf eine Einigung eher gering ein.

Es werde nicht einfach, eine Lösung zu finden, die allen Beteiligten eine Gesichtswahrung ermögliche, sagte die Mitarbeitern der Stiftung Wissenschaft und Politik im Deutschlandfunk. Bisher habe es nur runde Tische gegeben. In richtige Verhandlungen sei man noch nicht eingetreten.

Seit mehr als 40 Jahren dauert der Konflikt um die Region am Atlantik inzwischen an. Die ehemalige spanische Kolonie ist zum großen Teil von Marokko annektiert worden, was aber international nicht anerkannt wird. Eine Unabhängigkeitsbewegung namens Polisario bekämpfte die Marokkaner gewaltsam bis zu einem Waffenstillstand 1991. Seitdem ist eine UNO-Friedensmission vor Ort. Eine Möglichkeit für eine dauerhafte Lösung sieht Isabelle Werenfels in einer erweiterten Autonomielösung für die Polisario - vielleicht mit dem Versprechen eines Unabhängigkeitsreferendums in ferner Zukunft. Marokko bietet bislang aber nur eine teilweise Selbstverwaltung an.

Vergangene Woche hatten sich die beteiligten Parteien an diesem Konflikt darauf geeinigt, die Gespräche für eine dauerhafte Lösung vor Ende März 2019 fortzusetzen. Der UNO-Sondergesandte und frühere Bundespräsident Horst Köhler hatte sich in Genf mit Vertretern Marokkos und der Polisario sowie der angrenzenden Staaten Algerien und Mauretanien getroffen. Alle hätten sich für eine einvernehmliche und friedliche Lösung ausgesprochen, führte Köhler aus. Zuletzt hatte es eine sechsjährige Verhandlungspause gegeben.

Hören Sie einen ausführlichen Beitrag zum Thema in der Deutschlandfunk-Sendung "Eine Welt".