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StartseiteGesichter EuropasIntegration ist möglich04.08.2018

Neue Heimat TriestIntegration ist möglich

Triest beginnt dort, wo Italien aufhört. Ganz im Nordosten, direkt an der Grenze zu Slowenien, näher an Zagreb und an Wien als an Rom.

Von Kirstin Hausen

Luftbildaufnahme aus südlicher Richtung von Triest mit den Hafenanlagen (dpa / Thomas Muncke)
Luftbildaufnahme aus südlicher Richtung von Triest mit den Hafenanlagen (dpa / Thomas Muncke)

Jahrhundertelang war es Fluchtort für politisch Verfolgte und Verzweifelte auf der Suche nach einem besseren Leben. Ein kleines New York. Ob Griechen, Armenier, Ungar oder Deutsche - alle haben sie Triest etwas gegeben. Wirtschaftsimperien wie illycaffè oder die Versicherung Generali wurden von Immigranten gegründet. Die letzte große Flüchtlingswelle traf Triest während des Balkankrieges - heute sind die slawischen Sprachen überall in Triest zu hören. Die neue, große Herausforderung sind die Flüchtlinge aus Syrien und Afrika. Ganz Italien steht vor einer immensen Integrationsaufgabe. Aber auch da findet Triest Lösungen.

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Ob Griechen, Armenier, Ungar oder Deutsche – alle haben sie Triest etwas gegeben. Wirtschaftsimperien wie illycaffè oder die Versicherung Generali wurden von Immigranten gegründet. Das prägt den Umgang miteinander bis heute.

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