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StartseiteCampus & KarriereNeue Impulse aus deutsch-südafrikanischer Forschungskooperation16.04.2012

Neue Impulse aus deutsch-südafrikanischer Forschungskooperation

Wissenschaftsjahr in Afrika eröffnet

Südafrika ist ein wichtigstes afrikanisches Partnerland Deutschlands, wenn es um Bildung und Forschung geht. Annette Schavan eröffnete in Kapstadt das Deutsch-Südafrikanische Wissenschaftsjahr, um die Forschungsbeziehungen zwischen den beiden Ländern zu fördern.

Von Kerstin Poppendieck

Blick auf den Tafelberg in Kapstadt (dpa / picture alliance / Jon Hrusa)
Blick auf den Tafelberg in Kapstadt (dpa / picture alliance / Jon Hrusa)

Gut 10.000 Kilometer Luftlinie liegen zwischen Deutschland und Südafrika, doch in den kommenden zwölf Monaten werden beide Länder näher zusammenrücken. Es sollen gemeinsame Forschungsprojekte stattfinden, neue Hochschulkooperationen eingegangen werden und die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit ausgebaut. Wie kann man sich dem Klimawandel anpassen, ohne gleichzeitig technologischen Fortschritt zu bremsen - wird eine der Fragen sein, die dort diskutiert werden. Für Bildungs- und Forschungsministerin Annette Schavan sind Kooperationen wie diese mit Südafrika wichtig für die deutsche Wissenschaft.

"90 Prozent allen Wissens wird außerhalb Deutschlands generiert. Also ist ganz klar, zu den wichtigsten Aufgaben zukunftsträchtiger Forschungspolitik gehört, internationale Kooperationen abzuschließen, dafür zu sorgen, dass Wissenschaftler, Wissenschaftlerinnen aus Deutschland überall in der Welt präsent sein können, wo dieses Wissen generiert wird."

Fünf Schwerpunkte haben sich die deutschen und südafrikanischen Wissenschaftler gesetzt. Neben Klimawandel wird es um Bioökonomie, Urbanisierung, Astronomie, Gesundheitswissenschaft und Geistes- und Sozialwissenschaften gehen. Wichtiger Partner für die Bundesregierung ist dabei der Deutsche Akademische Austauschdienst DAAD, der bereits seit 1997 den wissenschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und Südafrika fördert. Zoheb Kahn ist einer der jüngsten DAAD Absolventen. Der Kapstädter hat seinen Master an der Ruhr-Uni in Bochum gemacht und dort Erfahrungen gesammelt, die für ihn zukunftsweisend sind.

"Ich habe einen Abschluss in Entwicklungsmanagement gemacht. Dabei ging es um Wirtschafts- und Gesellschaftsentwicklung. Als ich die Möglichkeit bekommen habe, nach Deutschland zu gehen und in einer entwickelten Gesellschaft zu leben, das war nicht nur für mich etwas Besonderes sondern auch für viele Studenten, die aus Entwicklungsländern dorthin kamen, denn das hat uns das Ziel unseres Studiums gezeigt."

Für den 25-jährigen Zohan Kahn war es besonders spannend, ältere DAAD-Absolventen zu treffen. Er wollte herausfinden, wie sie ihre Erlebnisse und ihre Erfahrungen aus Deutschland für ihre spätere Karriere genutzt haben. Dabei lernte er Arnold van Zyl kennen. Der Südafrikaner ist der erste DAAD-Alumni der Rektor einer Deutschen Uni geworden ist. Seit diesem Semester ist Arnold van Zyl Rektor der Technischen Uni Chemnitz. Und auch Chats Devroop ist Deutschland dankbar. Als farbiger Südafrikaner hatte er 1987 keine Chance auf eine höhere Bildung. Deshalb ging er zum Studieren nach Karlsruhe.

"Der DAAD für mich war unglaublich wichtig, weil damals hatten wir diese Geschichte mit Apartheid in Südafrika und die Nichtweißen Leute hatten nicht die Möglichkeit, sich richtig auszubilden."

Absolventen wie Chats Devroop, Arnold van Zyl und Zoheb Kahn sind Beispiele dafür, wie bereits seit Jahren die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Südafrika funktioniert. Diese Kooperationen sollen jetzt mit dem Deutsch-Südafrikanischen Wissenschaftsjahr ausgebaut werden. Bereits seit sechs Jahren veranstaltet die Bundesregierung dieses Wissenschaftsjahr. Vorherige Partnerländer waren zum Beispiel Israel und Ägypten. Für Bildungs- und Forschungsministerin Annette Schavan geht es darum, die Forschungsmöglichkeiten im jeweiligen Partnerland auszubauen und gleichzeitig einen Austausch zwischen südafrikanischen und deutschen Wissenschaftler zu fördern.

"Es hat sich gezeigt, nach jedem Jahr bleibt auch dauerhaft vertiefende Kooperationen, gemeinsame Forschungsfonds. Wir haben mehr davon, weil wir an mehr Wissensproduktionen teilhaben, und das ist wiederum für den Forschungsstandort Deutschland attraktiv."

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