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Startseite@mediasresZustimmen oder abmelden?22.02.2021

Neue Nutzungsbedingungen bei WhatsappZustimmen oder abmelden?

WhatsApp will im Mai seine Nutzungsbedingungen ändern. Wer den neuen Regeln nicht zustimmt, kann den Messenger-Dienst wohl nur noch eingeschränkt nutzen. Doch für EU-Bürger gelten die Neuerungen nur bedingt.

Text: Sören Brinkmann / Simon Hurtz im Gespräch mit Bettina Schmieding

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ILLUSTRATION - 17.09.2019, Hessen, Rüsselsheim: Das Logo der Messenger-App WhatsApp ist auf einem Display eines Smartphones zu sehen. Foto: Silas Stein/dpa | Verwendung weltweit (picture alliance | Silas Stein | dpa)
WhatsApp (picture alliance | Silas Stein | dpa)
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Es gibt bereits seit Jahren Kritik daran, dass Whatapp eine Vielzahl von Nutzerdaten speichert und durch die Nutzung des Messengers die Rechte an privaten Dateien abgetreten werden müssen. Durch die neuen Nutzungsregeln, die voraussichtlich zum 15. Mai in Kraft treten, wird sich innerhalb der EU nur wenig ändern. Trotzdem sollten Nutzerinnen und Nutzer von WhatsApp auch hier manches beachten.

Welche Datenschutzbedenken gibt es bei WhatsApp?

Das Unternehmen hat Zugriff auf Milliarden von Telefonnummern, Kontakten und Standortdaten. Darüber hinaus übertragen alle, die WhatsApp nutzen, automatisch die Rechte an den verschickten Bildern, Texten und Videos - und gewähren laut AGB "eine weltweite, nicht-exklusive, gebührenfreie, unterlizenzierbare und übertragbare Lizenz zur Nutzung, Reproduktion, Verbreitung, Erstellung abgeleiteter Werke, Darstellung und Aufführung der Informationen". WhatsApp verweist darauf, dass diese Regelung nötig sei, um die Messenger-Dienste betreiben zu können.

Eine Hand hält ein Smartphone, wo die neuen Nutzungsbedingungen von WhatsApp zu sehen sind (Deutschlandfunk / Michael Borgers) (Deutschlandfunk / Michael Borgers)WhatsApp-Nutzungsbedingungen - Warum die neuen Facebook-Regeln in der EU nicht greifen
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Darüber hinaus können die Inhalte auch an andere Unternehmen weitergegeben oder auf anderen Plattformen veröffentlicht werden: "WhatsApp verwendet die ihm zur Verfügung stehenden Informationen und arbeitet auch mit Partnern, Dienstleistern und verbundenen Unternehmen zusammen".

Wann ändern sich die Regeln bei Whatsapp?

Wer WhatsApp nutzt, wurde Anfang des Jahres dazu aufgefordert, den neuen Nutzungsbedingungen und der überarbeiteten Datenschutzrichtlinie bis zum 8. Februar 2021 zuzustimmen. In der Folge gab es jedoch massive Kritik und eine Abwanderungswelle. Nutzer verließen WhatsApp und gingen zur Konkurrenz, wozu auch der Unternehmer Elon Musk aufrief.

Daraufhin verschob der Messenger-Dienst die Einführung der neuen Regeln auf den 15. Mai 2021.

Hier zeige sich, dass WhatsApp und Facebook ein "PR-Eigentor" geschossen hätten, sagte Simon Hurtz, Fachjournalist für Digitalthemen: Man habe unterschätzt, wie groß der Widerstand und die Aufregung sein würden.

Was ändert sich durch die neuen Nutzungsbedingungen?

Der Journalist Simon Hurtz betonte im Deutschlandfunk, dass sich nichts Wesentliches ändere: "Innerhalb der EU ist es so, dass WhatsApp die Nutzungsbedingungen dahingehend überarbeitet, dass die Kommunikation mit Unternehmen ermöglicht wird, aber die normalen Nachrichten zwischen Nutzer*innen bleiben völlig unberührt davon." An Facebook fließen weiterhin ausschließlich Metadaten, die in der EU allerdings nicht für Werbezwecke ausgewertet werden dürfen.

Nutzerinnen und Nutzer außerhalb der EU seien stärker von den Veränderungen betroffen, so Hurtz. Deren Daten würden "sehr wohl dafür eingesetzt, zum Beispiel personalisierte Werbung zu schalten".

Ein Screenshot von einem Smartphone-Ordner voller verschiedener Social-Media-Apps (imago images / PA Images)Ein Unternehmen, viele Dienste: Auch Instagram (seit 2012) und WhatsApp (seit 2014) gehören zu Facebook (imago images / PA Images)

Wie kann der Messenger-Dienst weiter genutzt werden?

Die Nutzerinnen und Nutzer müssen den Änderungen zustimmen, wenn sie WhatsApp weiter nutzen möchten. Dazu heißt es bei WhatsApp: "Wenn du bis zu diesem Datum nicht zugestimmt hast, wird WhatsApp deinen Account nicht löschen. Dir wird dann allerdings nicht mehr die volle Funktionalität von WhatsApp zur Verfügung stehen, bis du zugestimmt hast."

Allerdings hat Niamh Sweeney, Director of Policy bei WhatsApp, in einem Tweet darauf hingewiesen, dass sich für Nutzer aus der EU mit dem Update nichts ändert. Es seien keine Änderungen an den WhatsApp-Praktiken für den Datenaustausch in Europa vorgenommen worden.

Was bezweckt WhatsApp mit den Änderungen?

WhatsApp bzw. die Konzernmutter Facebook wollen mit den Nutzungsbedingungen und der überarbeitete Datenschutzrichtlinie eine engere Verknüpfung der einzelnen Dienste (Facebook, Instagram und WhatsApp) ermöglichen – damit etwa eine direkte Kommunikation zwischen den Angeboten entsteht. Seit einigen Monaten ist das zwischen Facebook und Instagram bereits möglich.

Branchen-Insider gehen schon lange davon aus, dass Facebook seinen mit rund zwei Milliarden Kundinnen und Kunden beliebtesten Messenger langfristig auch als Plattform für Werbung nutzen will. In Ländern außerhalb der EU dürfte die neue Datenschutzrichtlinie das zur Folge haben.

Seit Facebook 2014 WhatsApp übernommen hat, nähern sich die Dienste immer weiter an. Seit 2016 erlaubt die Datenschutzrichtlinie die Weitergabe von WhatsApp-Nutzerdaten an Facebook – dem kann man in Europa jedoch aufgrund der Datenschutzgrundverordnung widersprechen.

Welche Alternativen gibt es?

Zu den wichtigsten WhatsApp-Alternativen zählen Signal, Threema und Telegram. Allerdings gibt es auch hier deutliche Unterschiede bei der Datensicherheit: Bei Telegram etwa ist die Verschlüsselung weniger umfassend. Die App wird oft auch von Verschwörern und Kriminellen genutzt. Doch im Zuge der Corona-Pandemie sind auch über Whatsapp vermehrt Falsch-Nachrichten aufgetaucht.

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