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StartseiteHintergrundNeue Trends für alte Kundschaft05.03.2013

Neue Trends für alte Kundschaft

Die Tourismusindustrie und die "Silver Ager"

Vom Ausflug in den Bayerischen Wald über den Kulturtrip nach Dresden bis zur Fernreise nach Indien - das Angebot für Reisende der Generation 50 Plus geht mittlerweile weit über die klassische Kreuzfahrt hinaus. Die Bedeutung der sogenannten Silver Ager für die Tourismusbranche wächst.

Von Julia Batist

Senioren sind fitter, agiler und mobiler als je zuvor (dapd / Sebastian Widmann)
Senioren sind fitter, agiler und mobiler als je zuvor (dapd / Sebastian Widmann)
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"Mitte der 40er-Jahre bekam ich von einem Schulfreund Besuch und er schwärmte dann von Köln, vom Kölner Dom, vom Rhein und so weiter und dann hab ich gedacht: Mein Gott noch mal, du hast aber die Welt gesehen, wenn du einmal nach Köln kommst."

Günther Bröker ist heute mit dem Zug angereist, um Köln zu erkunden. Lange ist es her, dass er zuletzt hier war. Mittlerweile hat er viel mehr von der Welt gesehen als nur Köln. Der vitale 79-Jährige mit schlohweißem Haar bewegt sich flott und wirkt deutlich jünger als er ist. Er wohnt in Münster. Von dort aus startet er immer wieder seine Reisen in die Welt. Früher ist er mit seiner Frau gereist. Nachdem er ihren Tod vor vier Jahren verarbeitet hatte, konnte er seine Reiselust neu entdecken. Allein zu Hause zu sitzen, das ist nichts für ihn. Einmal im Jahr macht er eine große Fernreise, dazwischen unternimmt er immer wieder Kurztrips, wie den heutigen Abstecher nach Köln. Mit seinem Sohn hat er eine Fahrradtour durch Vietnam gemacht, mit einem Freund fährt er regelmäßig in den Wintersporturlaub.

"Ich bin nun in der glücklichen Lage, dass ich einmal das gesundheitlich gut verkraften kann, dass ich mir etwas Geld zurückgelegt hab, um mir das leisten zu können und zum anderen, dass ich mein Interesse immer daran behalte. An diesen schönen Dingen, die man in meinem überschaubaren Zeitraum noch machen kann."

Dass er mit seiner Rente die vielen Reisen finanzieren kann, liegt auch daran, dass sich seine Prioritäten im Laufe der Jahre verschoben haben:

"Natürlich werden die persönlichen Bedürfnisse im Alter geringer. Insbesondere wenn man aufgehört hat zu arbeiten. Man braucht nicht mehr so viel Kleidung. Es wird in diesen Dingen etwas weniger und dieses Geld, was dann übrig bleibt, das verwende ich dann ausschließlich um mir so ein bisschen Deutschland, die Umgebung oder die Welt anzusehen."

Statistisch gesehen ist Günther Bröker das Paradebeispiel für einen reiselustigen Rentner. Doch wer sind diese modernen Alten? Wie lassen sie sich einordnen? Begriffe kursieren viele: Best Ager, Silver Ager, Generation 50 Plus. Die wachsende Bedeutung dieser kaufkräftigen Zielgruppe zeigt sich auch auf der Internationalen Tourismusbörse ITB. Morgen öffnet die weltgrößte Reisemesse ihre Tore für das Fachpublikum. Am Wochenende können sich auch private Besucher über aktuelle Trends auf dem Reisemarkt informieren. Vom Ausflug in den bayrischen Wald über den Kulturtrip nach Dresden bis zur Fernreise nach Indien – das Angebot für Reisende im sogenannten besten Alter geht mittlerweile weit über die klassische Kreuzfahrt hinaus. Doch obwohl die Touristikbranche diesen neuen Kundenkreis längst in den Fokus gerückt hat, scheint sie sich selbst nicht ganz im Klaren zu sein, wie sie diese wichtige Zielgruppe definieren soll. Auch der Präsident des Deutschen Reiseverbands, Jürgen Büchy, tut sich damit schwer.

"Wir haben als Verband natürlich auch keine allgemeingültige Definition. Ich glaube, der Begriff 50 Plus als Begriff ist der vernünftigste. Wobei man immer wenn man 50 Plus meint, die jenseits der 60 frühestens anspricht."

Das mag daran liegen, dass das gefühlte Alter selten mit dem tatsächlichen übereinstimmt: Zahlreiche Studien belegen, dass die heute 70-Jährigen sich durchschnittlich 13 Jahre jünger fühlen. Ulrich Reinhardt ist wissenschaftlicher Leiter der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen. Er erforscht den gesellschaftlichen Wandel sowie das Freizeit-, und Tourismusverhalten der Deutschen. Für die Deutsche Tourismusanalyse, die schon zum 29. Mal das Reiseverhalten der Deutschen unter die Lupe nimmt, hat er ältere Reisende in Gruppen unterteilt. Die besagten Best Ager im Alter von 50 bis 64. Dann die Ruheständler im Alter von 65 bis 80 und die Höchstaltrigen, im Alter von über 80 Jahren. Für alle drei Gruppen gelte im Grunde tendenziell dasselbe:

"Die Reiseintensität dieser Zielgruppe ist immer weiter gestiegen im Vergleich zur Vergangenheit. Immer mehr Best Ager, die sich wirklich auf Reisen. Sie geben mittlerweile am meisten Geld auf Reisen aus, sie bleiben überdurchschnittlich lange und sie sind eben überdurchschnittlich interessiert an Neuem. Es muss eben Service rund um die Uhr geboten werden, sie wollen etwas Neues erkunden, dabei der Geselligkeit frönen und sich natürlich auch noch erholen."

Der deutschen Reisebranche geht es gut. Rund acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts werden im Tourismussegment erwirtschaftet, etwa drei Millionen Menschen sind dort beschäftigt. Für das letzte Jahr kann die Branche ein Wachstum von knapp fünf Prozent verzeichnen. Der Ausblick für das Jahr 2013 ist genauso positiv: Die bisherigen Buchungszahlen zeigen wieder einen Aufwärtstrend. Die Deutschen reisen mehr und geben mehr Geld für ihren Urlaub aus. Allein der demografische Wandel gibt der Tourismusbranche die Richtung vor: Schon heute liegt der Anteil der Über-50-Jährigen in der Bevölkerung bei knapp der Hälfte, jeder Dritte ist über 60. Bis 2030 wird es fünf Millionen mehr 60- bis 80-Jährige Deutsche geben als heute. Senioren sind fitter, agiler und mobiler als je zuvor. Bereits im Jahr 2009 hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie die Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Tourismus untersuchen lassen. Die Studie zeigt: Die jüngeren Generationen werden bis 2020 weniger Urlaubsreisen unternehmen, auch die Zahl der Reisen mit Kindern ist leicht rückläufig. Über 60-Jährige hingegen werden immer mehr verreisen. Sie sind der Wachstumsmotor für den Tourismus. Jürgen Büchy hat die Bedeutung der Generation 50Plus fest im Blick.

"Jeder von uns weiß, dass das schon heute eine wichtige Zielgruppe ist, weil’s in der Regel eben auch eine Zielgruppe ist, die über ein überdurchschnittliches verfügbares Einkommen verfügt. Und wir wissen natürlich alle, dass diese Zielgruppe wächst. Dass sie insbesondere im Anteil an der Bevölkerung zunimmt, aber zunächst mal auch in absoluten Zahlen."

"Ich wollte mir eigentlich nur bei Ihnen einen Stadtplan holen und mir von Ihnen empfehlen lassen, was ich heute vielleicht bei diesem Wetter in der näheren Umgebung machen kann."

Günther Bröker, der reisefreudige 79-Jährige, holt sich Tipps in der Kölner Touristeninformation. Jede seiner Reisen bereitet er intensiv vor. Am liebsten ist er auf eigene Faust unterwegs, möglichst individuell.

"Das mach ich, auch wenn ich in einer anderen Stadt bin, dass ich mir zunächst einen groben Überblick verschaffe, das kann ich natürlich am besten auf so einer geführten Stadtrundfahrt und dann gezielt nachher alleine diese einzelnen Sehenswürdigkeiten in der Stadt mir noch mal anschaue."

"Einen schönen guten Tag und herzlich willkommen in Köln und zu unserer Rundfahrt. Unsere Fahrt dauert ca. 90 Minuten …"

Städtetrips, gerade in der gut durchorganisierten Variante mit dem Bus, liegen bei dieser Zielgruppe seit jeher im Trend. Sie sind auch für ältere Menschen mit geringerem Einkommen erschwinglich. Urlaubsziele im eigenen Land sind bei den Deutschen generell sehr beliebt, umso mehr bei der Generation 50plus. Sie setzt auf Erholung in der Natur und Sportangebote. Großeltern verreisen mit ihren Enkeln. Kulturelle Reiseangebote nutzen Ältere, wie Günther Bröker, besonders gern.

"Ich war vor Kurzem zum Beispiel mal in Dresden und hab mir dort die besonderen Museen angeguckt. Und seit der Zeit hab ich immer gedacht, also ein Museumsbesuch muss auf jeden Fall drin sitzen, um auch die Kultur des Landes beziehungsweise der Stadt zu verstehen. Insbesondere deshalb, weil man ja jetzt nicht mehr so sehr auf den Faktor Zeit achten muss, sondern man kann sich Zeit nehmen und in Muße eben diese Dinge sich ansehen."

In Köln darf natürlich der Dom nicht fehlen.

"Es ist ja doch ein gewaltiges Bauwerk. Man muss sich allerdings erst dran gewöhnen, dass die Umgebung so’n bisschen die Monumentalität des Domes einschränkt."

"Es ist schön nach dieser langen Zeit jetzt mal wieder im Kölner Dom zu sein, insbesondere die wunderschönen Fenster an den Seiten zu sehen."

Für den Sommer hat Günther Bröker mit einem Freund eine Schifffahrt auf der Ostsee geplant. Die Landausflüge wollen die beiden in eigener Regie starten. Das gemeinsame Erleben ist auf Reisen wichtig, weiß auch Barbara Kiemann-Hamacher. Die gelernte Reiseverkehrskauffrau hat in diversen Sparten der Tourismusbranche gearbeitet. Mittlerweile gehört sie mit 58 Jahren selbst zu den Best Agern. Acht Jahre lang hat sie den "Kölner Kultur und Reiseclub 50Plus" geleitet. Eine Reisegruppe mit Stammkundschaft - und zugehörigem Stammtisch. Die bestand zum Großteil aus reiselustigen Frauen zwischen Mitte 50 und 90.

"Was uns abgehoben hat war, dass wir sehr viel mit dem Flugzeug gemacht haben. Zum Beispiel Städtereisen und dass es kleine Gruppen waren, die ganz ganz individuell waren. Man kannte dann die Eigenarten der Personen und es war für die mehr so ein bisschen das Gefühl, ich reise in einem Freundeskreis."

Kiemann-Hamachers Reisen waren bis ins kleinste Detail durchdacht. Immer gab es ein Basisprogramm, immer war sie selbst als feste Bezugsperson dabei. Das war der wesentliche Vorteil gegenüber regulären Angeboten, meint die Reiseleiterin heute.

"Wenn ich zwei dabei hab, die jetzt nicht so gut laufen können, dann wähle ich den Stadtrundgang so, dass ich die zwei an einer bestimmten Stelle abliefern kann und sagen kann, hier könnt ihr jetzt einen Kaffee trinken und wir machen jetzt noch die Tour um die Burg rum. Und wenn wir zurückkommen holen wir euch wieder ab."

Barbara Kiemann-Hamacher hat die Reisen aus purer Leidenschaft organisiert. Finanziell war sie nie darauf angewiesen, dass ihr kleines Unternehmen Gewinn abwirft. Ihr Verdienst war oftmals mit einem 400-Euro-Job vergleichbar. Im vergangenen Jahr hat sie dann aber doch beschlossen, dass sich der Aufwand nicht mehr lohnt. Ihr Konzept war ideal für die Zielgruppe, meint sie heute - nur eben nicht wirtschaftlich.

"Die Problematik ist, dass ich glaube, dass sich das finanziell nicht realisieren lässt, für den Veranstalter. Die Voraussetzung für das Ganze war ja auch der Klub, mit dem monatlichen Stammtisch, wo die sich kennengelernt haben und sich dann so aufgehoben gefühlt haben. Wenn sie das im großen Stil machen, dann können sie es entweder nicht so persönlich machen oder es kommen Reisepreise zustande, die keiner mehr bezahlen kann."

Einige Senioren können und wollen solchen Luxus aber doch bezahlen. Die Generation 50Plus ist ein lukrativer Kundenstamm. Spezialanbieter setzen auf ähnliche Konzepte wie Barbara Kiemann-Hamacher, weiß der Präsident des Deutschen Reiseverbands, Jürgen Büchy.

"Maßgeschneiderte Reisen. So was gibt’s auch. Und klar, da reden wir dann über ein anderes Preisniveau, aber natürlich gibt’s das alles. Es gibt den Massenmarkt, es gibt zehn Mal in der Woche Mallorca, genauso wie diese individuelle Reise auf irgendeine Südseeinsel oder wo auch immer hin."

Um das wirtschaftliche Potenzial der älteren Reisenden für den Markt ausschöpfen zu können, müsse sich die Branche aber noch stärker an den spezifischen Bedürfnissen dieser Zielgruppe orientieren:

"Ich denke, dass Service, Betreuung, Sicherheitsempfinden wesentliche Schlagworte sind, die man in den Produkten braucht. Natürlich finden wir hier in der Regel auch ein größeres Gesundheitsbewusstsein bei diesen Menschen. Sie suchen doch schon eine Umgebung, wo sie etwas für ihren Körper, für ihre Ausgeglichenheit tun können. Mehr als das möglicherweise Jüngere tun."

Der Gesundheitstourismus gewinnt erheblich an Bedeutung. Dazu zählen Wellnessreisen genauso wie Angebote zur medizinischen Gesundheitsprävention. Der Bonner Reiseveranstalter Mediplus setzt auf Reisen mit ärztlicher Begleitung. Bei der Gründung 2001 war das Unternehmen eines der ersten seiner Art in Deutschland. Mittlerweile wächst die Konkurrenz. Die Kunden sind im Schnitt 63 Jahre alt und mit einem monatlichen Einkommen zwischen 2500 und 3000 Euro gut situiert. Marketingleiter Daniel Stanke erklärt das Prinzip.

"Der Arzt erkundigt sich vor Abreise, ruft er jeden gebuchten Gast an und fragt im Prinzip nach medizinischen Vorerkrankungen, Sachen, die er wissen muss. Der eine braucht spezielle Medikamente auf der Tour. Es geht nicht darum Kranke mit auf Reisen zu nehmen. Es geht einfach darum, ein Sicherheitsgefühl zu geben."

Gerade für kleine Reiseunternehmen wie Mediplus kann es eine Chance sein, sich mit einem sehr speziellen Angebot am Markt zu etablieren: Dem Unternehmen geht es gut, der Umsatz stimmt. Dennoch weiß Daniel Stanke, dass er sich auf dem momentanen Erfolg nicht ausruhen kann:

"Man muss natürlich in Zukunft sehen, dass auch die Großveranstalter diese Lücke, die wir ursprünglich alleine besetzt haben, jetzt besetzen wollen und auch besetzen können. Und da merken wir natürlich schon, dass viele ganz gezielt Produkte kopieren beziehungsweise, das ist in der Reisewelt natürlich auch immer so ein Thema, je größer, umso bessere Konditionen bekomme ich über die Masse. Da natürlich dann versuchen, uns das Geschäft streitig zu machen."

Die größte Herausforderung für die Reisebranche: Die reisenden Alten sind reiseerfahrener und agiler als die Senioren von einst. Sie stellen hohe Ansprüche. Ihre Reiseziele reichen von Usedom bis Alaska. Eine einheitliche Kundengruppe bilden die Menschen ab 50 nicht. Jürgen Büchy rät seiner Branche alle Altersgruppen im Blick zu behalten.

"Dann reden wir ja nicht über die Leute, die bis 70, 75 alt sind und eigentlich noch rüstig, mobil und quietsch vergnügt. Sondern wir reden ja zunehmend dann auch über die Kategorie der noch Älteren, der 75Plus, wo dann tatsächlich Einschränkungen der Mobilität und andere Dinge mehr eine Rolle spielen. Ich bin aber sehr sicher, dass diese Gruppe, vielleicht im Gegensatz zu der vorherigen Generation, mobil bleiben wird und reisen wird."

Wie in der gesamten Gesellschaft zeigt sich auch bei der vielschichtigen Generation 50plus die Schere zwischen Arm und Reich. Reisen für den kleinen Geldbeutel, die altersgerecht gestaltet sind? Noch bieten das allenfalls soziale Einrichtungen wie das Rote Kreuz oder die Arbeiterwohlfahrt an. Die großen Reiseveranstalter antworten auf den demografischen Wandel mit Seniorenermäßigungen, Vergünstigungen für Langzeiturlauber oder altersgerechten Hotelkonzepten. Animationsprogramme, die sich auf Sport, Geselligkeit und Kultur konzentrieren, nehmen zu.

Die Bedeutung der Silver Ager auf dem Reisemarkt wächst schneller als ihr Anteil an der Bevölkerung. Dafür ist seine Branche noch nicht gerüstet, meint Jürgen Büchy.

"Wir haben einen Globaltrend bei den Verbrauchern, das ist diese Individualisierung. Dieses stärkere Bedürfnis sich von anderen zu unterscheiden. Was die Angebotsnischen tendenziell kleiner macht. Wir sehen in der Touristik die Spezialisierung in Marken oder Produktmarken. Man versucht, bestimmte Hoteltypen zu entwickeln. In diese Kategorie gehören letztlich auch diese Kinder freien Hotels. Wo man einfach sagt, es gibt unterschiedliche Bedürfnisse und ich biete Produkte für unterschiedliche Bedürfnisse an."

Doch für Marketingexperten sind ältere Reisende keine leichte Zielgruppe. Viele, die altersmäßig zu den Silver Agern zählen, wollen nicht als solche bezeichnet werden. Wie also bewirbt man Reisen speziell für Ältere, ohne diese allzu offensiv anzusprechen? Ein Dilemma. Immer mehr Anbieter wählen den mehr oder weniger direkten Weg: Ihre Slogans lauten "Urlaub für die besten Jahre", "Urlaub mit Niveau" oder "aktives Reisen". Vielreiser Günther Bröker hat kein Problem mit seinem Alter. Er würde sich aber dennoch wünschen, nicht stets darauf reduziert zu werden.

"Ich fände es auch schön, wenn die Reiseanbieter darauf eingingen, nicht ausschließlich Fahrten für ältere Leute anzubieten. Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Miteinander von Alt und Jung vielleicht die richtige Reisemischung ist."

Barbara Kiemann-Hamacher war meist jünger als der Großteil ihrer Reisegruppe. Unangenehm war ihr das nie. Im Gegenteil.

"Es sind ganz interessante Gespräche gewesen. Oft viel interessanter als mit manchem 30-Jährigen. Und dieses Gefühl, dass ich jetzt jemanden mitnehmen kann, der älter ist. Und der dann aber plötzlich auflebt, etwas was er alleine jetzt so nicht gemacht hat, das hat sich natürlich unheimlich gut angefühlt."

Dass er im Rentenalter so viel und so weit in der Welt herumkommen würde, das hätte Günther Bröker als junger Mann sicher nicht gedacht. Mit neuen Eindrücken aus der rheinischen Metropole Köln steigt er in den Zug zurück nach Münster. Das nächste Reiseziel steht schon fest. Seinen 80. Geburtstag wird Günther Bröker in Costa Rica verbringen.

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