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StartseiteSport AktuellFIFA-Präsident Gianni Infantino gerät weiter in Bedrängnis10.12.2020

Neue Vorwürfe gegen FIFA-Chef FIFA-Präsident Gianni Infantino gerät weiter in Bedrängnis

Gianni Infantino hat ein neues Problem mit der Schweizer Justiz. Seit Juli läuft bereits ein Strafverfahren gegen den Boss des Fußball-Weltverbandes wegen Anstiftung zur Amtsverletzung. Nun soll eine weitere Strafermittlung folgen.

Von Thomas Kistner

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Portrait von FIFA-Präsidenten Gianni Infantino, der sich nachdenklich an den Mund fasst (picture alliance / ANP | ROBIN VAN LONKHUIJSEN)
FIFA-Präsident Gianni Infantino droht eine weitere Strafermittlung (picture alliance / ANP | ROBIN VAN LONKHUIJSEN)
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Darauf drängt der Schweizer Sonderstaatsanwalt Stefan Keller. Dieser teilte am 10. Dezember offiziell mit, er habe auch Hinweise auf "kriminelle Aktivitäten des FIFA-Präsidenten" im Kontext eines anderen Falles gesammelt. Infantino hatte sich im April 2017 für den Heimflug von einer Dienstreise aus Surinam nach Genf einen über 200.000 Dollar teuren Privatjet bewilligen lassen.

Zur Begründung des Fluges machte sein Assistent falsche Angaben beim Compliance-Chef der FIFA, Tomas Vesel: Infantino hätte ein Meeting mit UEFA-Präsident Aleksander Ceferin erreichen müssen. Aber dieser Termin, sechs Tage nach dem angeblichen Treffen, war frei erfunden: Ceferin weilte an besagtem Tag im fernen Armenien, ein Meeting hat es nie gegeben.

Persilschein für Infantino

Die FIFA hat den Vorwurf der Unwahrheit nie bestritten oder erklärt. Trotzdem behauptet sie, der Flug sei regelkonform gewesen. Zu diesem Urteil gelangte, trotz eindeutiger Aktenlage, später auch die Chefermittlerin des FIFA-Ethik-Komitees. Sie erteilte Infantino einen Persilschein ohne detaillierte Begründung. Einige der damals Beteiligten hat sie nie befragt.

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Auch Ethik-Chef Vesel entschied in einem anderen dokumentierten Fall nicht unabhängig, sondern auf Weisung aus Infantinos Büro. Nun spricht Sonderermittler Keller von klaren Hinweisen auf ungetreue Geschäftsführung. Eine solche wäre gegeben, wenn die mit bis zu 300.000 Dollar pro Jahr hochdotierten FIFA-Aufpasser nicht unabhängig wären. Mit dem Gang an die Öffentlichkeit legt Keller die Messlatte besonders hoch. Die neuen Vorwürfe fallen wohl nicht in Bundeszuständigkeit, daher soll ein weiterer Sonderstaatsanwalt berufen werden.

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