Dienstag, 16.07.2019
 
Seit 19:00 Uhr Nachrichten
StartseiteSport Aktuell"Wir brauchen Mechanismen, um Athleten besser zu vernetzen"01.02.2017

Neuer Vorsitzender der DOSB-Athletenkomission"Wir brauchen Mechanismen, um Athleten besser zu vernetzen"

Maximilian Hartung ist von den Mitgliedern der Athletenkommission des Deutschen Olympischen Sportbundes einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt worden. Ein wichtiges Ziel sei jetzt, die Athleten untereinander besser zu vernetzen, sagte der Säbelfechter im Deutschlandfunk. Nur so könne man als Kommission die Punkte aller Athleten auch glaubhaft vertreten.

Maximilian Hartung im Gespräch mit Marina Schweizer

epa04846895 Bronze medal winner Max Hartung of Germany poses during the award ceremony of the senior men's Sabre Individual Fencing for the World Fencing Championships in Moscow, Russia, 14 July 2015. EPA/SERGEI ILNITSKY | (dpa / picture alliance / Sergei Ilnitsky)
Der Säbelfechter Max Hartung ist neuer Vorsitzender der DOSB-Athletenkomission. (dpa / picture alliance / Sergei Ilnitsky)
Mehr zum Thema

Athletenkommission "Politisches Gewicht auf Augenhöhe mit DOSB"

Athletenvertretung "Wir wollen die Athletenstimme stärken"

Sportverbände Unabhängigkeit sieht anders aus

Marina Schweizer: Was ist aus Ihrer Sicht das wichtigste Thema zum Amtsantritt?

Maximilian Hartung: Ich denke, es sind die gleichen Themen, die uns schon in den vergangenen Monaten umgetrieben haben. Das ist die Reform des Spitzensports in Deutschland und nach wie vor das Doping-Thema.

Schweizer: Es war ja die Gründung einer losgelösten Athletengewerkschaft im Gespräch im vergangenen Jahr. Setzten Sie denn jetzt mit dem DOSB auf Annäherung oder auf Eigenständigkeit vom DOSB?

Hartung: Grundsätzlich kann man sagen, dass ein klassisches Gewerkschaftsmodell für uns nicht in Frage kommt, weil die Athleten zumindest heute nicht in Anstellungsverhältnissen sind, wie man das aus der Wirtschaft kennt und deswegen kann auch ein klassisches Gewerkschaftsverhältnis, wo die Mitglieder der Gewerkschaft zahlen, um dann gegenüber den Arbeitgebern auch mit verbundenem Streikrecht vertreten werden, für den Sport, so wie er heute organisiert ist, keine Lösung sein. Und wie wir organisiert sind, als Athletenkommission – wir werden ja gewählt in den Verbänden, und der Sport findet auch in den Stützpunkten,  in den Vereinen statt – also die Struktur ist wichtig für uns als Athletenvertretung.

Da müssen wir dranbleiben und in einer Position sein, dass wir da auch in den tatsächlichen Alltag Einfluss haben. Nichtsdestotrotz hat sich gezeigt, dass die Art, wie jetzt gearbeitet wird und wie jetzt die Interessenvertretung durch die Athletenkommission ausgeübt wird, nicht zu stemmen ist in der Organisation, wie es bisher der Fall ist. Da werden wir dranbleiben und diesen Entschluss, den wir damals ausgearbeitet haben – der ist auch noch nicht vom Tisch und wir sind nach wie vor mit der Athletenkommission dabei uns zu überlegen, was denn der beste Weg ist, damit wir so für die Athleten arbeiten können, dass es zu guten Ergebnissen kommt.

Schweizer: Müssen denn die Athleten noch lauter und noch geeinter werden? Zum Beispiel wenn es um sportpolitische Themen geht?

Hartung: Grundsätzlich denke ich schon, dass sich die Athleten einbringen müssen. Sowohl in ihren Verbänden als auch in der gesamten Sportpolitik. Man muss auch klar sagen, dass sich jetzt natürlich nicht alle Athleten zu allen Themen immer äußern können, sondern wir brauchen da bessere Mechanismen, um die Athleten besser zu vernetzen, so dass dann auch eine Athletenkommission, so wie sie jetzt ist, wirklich glaubhaft sagen kann: Hier, das sind die Punkte, die haben wir nicht nur über unsere Vollversammlung durch die Athletenvertreter generiert, sondern die sind quasi mit den Athleten abgestimmt und wir können hier quasi mit der Basis kommunizieren - die Athleten sind untereinander vernetzt. Das ist ein wichtiges Ziel, was wir haben als Athletenkommission, in diese Richtung uns besser zu organisieren.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk