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NeurowissenschaftMüde Zellen ändern Zeitgefühl

Darstellung eines Gehirns - eine Hirnpartie ist rot erleuchtet. (imago/Science Photo Library)
Darstellung eines Gehirns - eine Hirnpartie ist rot erleuchtet. (imago/Science Photo Library)

Zeitsensible Nervenzellen im Gehirn sorgen für Zeitempfinden.

Manchmal vergeht die Zeit scheinbar wie im Flug, manchmal zieht sie sich gefühlt wie Kaugummi. Forschende schreiben im Journal of Neuroscience, was in unserem Hirn dafür sorgt, wie wir Zeit erleben: bestimmte zeitsensible Nervenzellen. Wurden diese Zellen in Versuchen hintereinander mit demselben visuellen Reiz stimuliert, verschätzten sich die Teilnehmenden bei der Dauer dieses Reizes.

Für die Studie beobachteten die Teilnehmenden zwei Mal einen sich drehenden Kreis. Dann mussten sie schätzen, wie lange man ihnen den Kreis beim zweiten Mal gezeigt hatte. Ergebnis: Die Schätzungen lagen vor allem dann daneben, wenn der Kreis zwei Mal genau gleich lang gezeigt wurde. In diesem Fall war auch die Aktivität der Nervenzellen am geringsten.

Die Forschenden vermuten, dass die Zellen ermüden, wenn sie zwei Mal hintereinander denselben Reiz bekommen. Und die müden Nervenzellen führen dann zu einem veränderten Zeitempfinden.

Diese Nachricht wurde am 15.09.2020 im Programm Deutschlandfunk Nova gesendet.