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StartseiteNachrichten vertieftDeutscher IS-Kämpfer Cuspert offenbar noch am Leben04.08.2016

"New York Times"-BerichtDeutscher IS-Kämpfer Cuspert offenbar noch am Leben

Das US-Verteidigungsministerium hat den Tod des Berliner IS-Terroristen Denis Cuspert, auch bekannt als Rapper Deso Dogg, widerrufen. Cuspert habe den Luftangriff im Oktober 2015 doch überlebt, berichtet die "New York Times" in Berufung auf einen Sprecher des Pentagons.

Screenshot vom 04.11.2014 eines auf Twitter veröffentlichten Fotos zeigt den früheren Berliner Rappers und Radikalislamisten Denis Cuspert (alias Deso Dogg bzw. Abu Talha al-Almani). (picture alliance/dpa)
Ein Screenshot eines auf Twitter veröffentlichten Fotos zeigt den Radikalislamisten Denis Cuspert. (picture alliance/dpa)
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Das Pentagon hatte Ende Oktober erklärt, Denis Cuspert sei bei einem Angriff in der Nähe der Stadt Rakka, einer Hochburg der Terrormiliz Islamischer Staat, getötet worden."Es scheint nun so, dass diese Einschätzung inkorrekt war und Denis Cuspert den Luftangriff überlebt hat", so ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums der "New York Times" zufolge. Die USA würden weiterhin Terroristen wie Cuspert verfolgen, die Attacken gegen den Westen "planen, durchführen oder dazu inspirieren".

Sicherheitsbehörden in Deutschland hatten Cusperts Tod nicht bestätigt, es war schon länger spekuliert worden, dass er bei dem Luftangriff nicht getötet wurde. Zuletzt hatte der Verfassungsschutz des Landes Berlin in einem Bericht geschrieben, dass der Tod Cusperts nicht bestätigt werden konnte. Unter anderem war im April in einem IS-Video eine Hintergrundstimme Cuspert zugeordnet worden.

Für Rekrutierung Deutscher zuständig

Der gebürtige Berliner, der als Rapper den Namen "Deso Dogg" trug, hatte unter dem Namen Abu Talha al-Almani in IS-Videos zur Gewalt aufgerufen und mit islamistischen Anschlägen gedroht. Cuspert soll auch mit der IS-Rekrutierung Deutscher beauftragt gewesen sein.

Cusperts Karriere als Rapper begann 2002. In seinen Texten verarbeitete der Sohn einer Deutschen und eines Ghanaers persönliche Erfahrungen mit Diskriminierung, tourte zwischenzeitlich mit dem US-Rapper DMX, beendete seine Laufbahn als Rapper aber 2010. Zuvor war er zum Islam konvertiert.

Mitte 2012 reiste Cuspert zunächst nach Ägypten aus, ein halbes Jahr später zog er weiter nach Syrien. Er schloss sich der Terrormiliz Islamischer Staat an.

(vic/fwa)

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