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Newsblog zu Covid-19+++ Coronavirus: Die Entwicklungen vom 17. April +++

Pflegekräfte im Athener Universitätskrankenhaus ATTIKON mit spezieller Schutzausrüstung gegen das Coronavirus bei der Arbeit in der Intensivstation. Krankenhaus Attikon PUBLICATIONxNOTxINxGRE ANE5069420 (Imago)
Die Bundeswehr hilft in der Corona-Krise (Archivbild) (Imago)

Weltweit sind nach der Zählung der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität mittlerweile mehr als 150.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Außerdem hat die Debatte über den Ursprung des Virus neue Fahrt aufgenommen. Und in Deutschland verhängen die ersten Bundesländer eine Maskenpflicht. Die wichtigsten Entwicklungen in unserem Newsblog.

Unser Newsblog wird ständig aktualisiert. Dies ist ein Archivbeitrag. Zu den neuesten Entwicklungen 

Freitag, 17. April

+++ Trotz weltweiter Maßnahmen gegen das Coronavirus gibt es den Daten der Johns-Hopkins-Universität zufolge mittlerweile rund 150.000 registrierte Corona-Tote. Die Zahl der weltweit nachgewiesenen Infektionen hat die Marke von 2,2 Millionen überschritten. Die meisten Todesfälle infolge der Coronavirus-Pandemie gab es der Hochschule in Baltimore zufolge bislang in den USA (34.000), Italien (23.000), Spanien (19.000), gefolgt von Frankreich und Großbritannien. Wie aktualisieren regelmäßig unsere Übersicht: Wie sich das Coronavirus in Europa ausbreitet. 

+++ 51 % mehr Infektionen, 60 % mehr Todesfälle: Die Weltgesundheitsorganisation zeigt sich besorgt über die Entwicklung der Coronavirus-Fälle auf dem afrikanischen Kontinent. WHO-Generaldirektor Tedros sagte, bei den Infektionen habe es in der vergangenen Woche eine Zunahme von mehr als 50 Prozent gegeben - bei den Todesfällen in Afrika sogar ein Plus von mehr als 60 Prozent. Weil es an Tests mangele, seien die tatsächlichen Zahlen wahrscheinlich sogar höher als die gemeldeten. Man arbeite daher daran, die Test-Kapazitäten auszubauen. Weiter teilte die WHO mit, man sei sich unsicher, ob Antikörper gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 einen vollständigen Schutz gegen eine zweite Erkrankung böten. Zudem zeigten Untersuchungen, dass sich erst bei einem geringen Teil der Bevölkerung solche Antikörper nachweisen ließen.

+++ In mehreren US-Medien kursiert die Theorie, wonach das neue Coronavirus erstmals in einem Forschungslabor in Wuhan auf einen Menschen übergesprungen sein könnte - und nicht wie von China gemeldet auf einem Tiermarkt. Was steckt hinter der Theorie? Und wie äußert sich Deutschland dazu? Unser Beitrag: Neues Coronavirus könnte in Labor in Wuhan auf Menschen übergesprungen sein.

+++ Infolge des dramatischen Anstiegs der Arbeitslosigkeit in den USA haben einer Studie zufolge innerhalb eines Monats Millionen Menschen ihre Krankenversicherung verloren. In einer Studie des Instituts für Wirtschaftspolitik (EPI) heißt es, weil fast die Hälfte der Arbeitnehmer in den USA über den Arbeitgeber krankenversichert seien, hätten bis zu 9,2 Millionen Menschen ihren Schutz verloren oder könnten sich die neuen Beiträge wohl nicht mehr leisten. Der führende demokratische Senator Bernie Sanders schrieb angesichts der Schätzung auf Twitter, es sei "skandalös und nicht nachhaltig", dass die Krankenversicherung in den USA immer noch vom Arbeitgeber abhänge. Sanders setzt sich seit langem für eine umfassende staatliche Krankenversicherung ein. Die USA sind praktisch das einzige entwickelte Industrieland ohne eine solche Option.

Eine exakte Zahl, wie viele Menschen in den vergangenen Wochen ihre Krankenversicherung verloren haben, gab es zunächst nicht, da die Daten nicht sofort zentral erfasst werden. Wegen der Corona-Krise haben in den USA seit Mitte März allerdings rund 22 Millionen Menschen Arbeitslosenhilfe beantragt. Fünf Millionen von ihnen innerhalb einer Woche. Die Erstanträge gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts in der größten Volkswirtschaft der Welt. Sie deuten inzwischen auf einen dramatischen Wirtschaftseinbruch infolge der Corona-Krise hin. Bis zum März hatte die Zahl der Erstanträge noch regelmäßig unter 100.000 pro Woche gelegen.

+++ In den USA hat sich New Yorks Gouverneur Cuomo einen Schlagabtausch mit US-Präsident Trump über die Zuständigkeiten im Kampf gegen das Coronavirus geliefert. In seiner täglichen Pressekonferenz forderte Cuomo unter anderem mehr Geld aus Washington. Trump twitterte daraufhin, Gouverneur Cuomo sollte mehr Zeit damit verbringen, zu handeln und weniger Zeit damit, sich zu beschweren. Noch während der Pressekonferenz darauf angesprochen, entgegnete Cuomo, Trump sollte nicht sitzend zuhause Fernsehen schauen, sondern vielleicht aufstehen und zur Arbeit gehen. Er benötige zudem keinen Präsidenten, der ihm seine Rechte als Gouverneur vorlese. Über die Öffnung von Gesellschaft und Wirtschaft in der Pandemie würden einzig die Regierungschefs der US-Bundesstaaten entscheiden. Cuomo fragte schließlich Trump, warum dieser nicht genauso viel Rücksicht auf die einzelnen Bundesstaaten nehme wie auf seine großen Unternehmen und Fluggesellschaften. Mehr zu dem Konflikt finden Sie hier.

+++ Ebenso wie Sachsen führt auch Mecklenburg-Vorpommern eine Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr ein. Ministerpräsidentin Schwesig von der SPD sagte, wer Straßenbahn, Bus oder Taxi nutze, müsse im Kampf gegen das Coronavirus ab Montag einen Mund- und Nasenschutz tragen. Alternativ könne auch ein Tuch verwendet werden. Für Einkäufe im Einzelhandel gelte weiter nur die dringende Empfehlung, eine Maske zu tragen.

Bund und Länder hatten sich nach langem Abwägen auf eine gemeinsame Linie bei den Lockerungen der Corona-Einschränkungen geeinigt. Doch da die Bundesländer unterschiedlich von der Epidemie betroffen sind, legen sie die Regeln in Teilen unterschiedlich aus – mal etwas lockerer, mal etwas strenger. Wir geben einen Überblick in unserem Beitrag: Coronavirus: Das ist in den Bundesländern erlaubt.

+++ Die Rolling Stones haben angekündigt, dass die Band morgen an einem Streaming-Konzert zu Gunsten der Weltgesundheitsorganisation mitwirkt. Bei der Show "One World - Together at Home", die von zahlreichen Sendern und live im Internet übertragen werden soll, wollen außerdem Künstler wie Elton John, Paul McCartney, Taylor Swift, Billie Eilish, Lady Gaga und viele andere mitwirken, um sich im Kampf gegen die Pandemie zu engagieren. Die Organisatoren haben nach eigenen Angaben bereits 35 Millionen Dollar an Spenden für WHO gesammelt.

+++ Für Krankschreibungen bei leichten Atemwegsbeschwerden müssen Arbeitnehmer ab kommender Woche wieder zum Arzt gehen. Die Ausnahmeregelung, nach der eine Arbeitsunfähigkeit auch ohne persönliches Erscheinen in einer Praxis attestiert werden konnte, wird nicht verlängert. Das beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen. Zur Begründung hieß es, die befristete Ausnahme habe angesichts der dynamischen Corona-Entwicklungen dazu gedient, Praxen zu entlasten und die Virus-Ausbreitung zu verringern. Diese Dynamik habe verlangsamt werden können.

+++ Auf dem französischen Flugzeugträger "Charles de Gaulle" haben sich mehr als tausend Soldaten mit dem Corona-Virus infiziert. Dies bestätigte Verteidigungsministerin Parly. Die Zahl könne noch steigen, da etliche Besatzungsmitglieder noch auf ihre Testergebnisse warteten. Das Schiff war am Ostersonntag im südfranzösischen Hafen Toulon eingelaufen, nachdem an Bord mehrere Dutzend Infektionen bestätigt worden waren.

+++ Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Laschet geht davon aus, dass Deutschland in der Corona-Krise noch eine lange Phase des Verzichts bevorsteht. Es werde weiterhin Einschränkungen geben müssen - sicher bis zum Ende des Jahres, wahrscheinlich darüber hinaus, sagte er dem "Spiegel". Abstand und Schutz blieben -Zitat- "Regel und Maßstab unseres Alltags". Der stellvertretende CDU-Vorsitzende, der Nachfolger von Parteichefin Kramp-Karrenbauer werden will, wies den Vorwurf zurück, er liefere sich mit dem bayerischen Regierungschef Söder ein Fernduell um die klügsten Anti-Corona-Strategien. Das wäre angesichts der Lage komplett unangemessen, betonte Laschet. Söder stehe wegen der Nähe zu Österreich und den daraus erwachsenen hohen Infektionsbelastungen unter besonderem Druck.

+++ Das Land Brandenburg lockert erste Einschränkungen, die wegen der Corona-Krise gelten. Das Kabinett beschloss, dass Versammlungen unter freiem Himmel mit bis zu 20 Menschen mit Genehmigung der Gesundheitsbehörden wieder möglich sind. Auch Taufen und Bestattungen mit bis zu 20 Personen sind erlaubt. Ministerpräsident Woidke betonte, man könne noch nicht von einem stabilen Zustand sprechen. Neben Geschäften mit einer Fläche von bis zu 800 Quadratmetern dürfen dem Beschluss zufolge auch Bibliotheken und Museen ab dem 22. April unter Einhaltung von Hygiene-Vorschriften wieder öffnen. Das gleiche gilt für Zoos. Allerdings müssen die Tierhäuser dort geschlossen bleiben. Auch Thüringen plant nach einem Bericht der "Thüringer Allgemeinen" eine Lockerung des Versammlungsverbotes.

+++ Weltweit wird nach einem Impfstoff und wirksamen Medikamenten gegen das Coronavirus gesucht. Inzwischen werden erste vielversprechende Fortschritte gemeldet - womöglich könnte ein Medikament noch in diesem Jahr erhältlich sein. Die Medizinwebsite Stat berichtet über erste Daten der klinischen Studie des Remdesivir-Herstellers Gilead. Die Zahlen machen Hoffnung: Von 125 Patienten, davon 113 schwer an Covid-19-Erkrankten, seien unter Behandlung von Remdesivir nur zwei verstorben, heißt es. Wir geben einen Überblick über die Ansätze für Medikamente gegen das Coronavirus.

+++ Immer mehr Bundesländer melden Fälle von Betrug mit staatlichen Corona-Soforthilfen. Nach Nordrhein-Westfalen und Hamburg berichteten auch Berlin, Sachsen und Bremen von solchen Fällen. Verdachtsmomente auf versuchten Betrug gibt es laut dem nordrhein-westfälischen Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) zudem in Bayern und Baden-Württemberg. Die Betrüger versuchen meist, über gefälschte Webseiten Daten für Anträge auf Soforthilfen abzugreifen.

+++ Als erstes Bundesland hat Sachsen beschlossen, ab Montag kleinere Gottesdienste wieder zu ermöglichen. Wie ein Sprecher der Landesregierung mitteilte, dürfen an diesen Zusammenkünften maximal 15 Personen teilnehmen. Für eine bundesweite Regelung soll in den kommenden Tagen ein Konzept erarbeitet werden. 

+++ Der Deutsche Museumsbund hat die Erwartung geäußert, dass in den kommenden Wochen Schritt für Schritt Kultureinrichtungen wieder geöffnet werden können. Die Museen könnten dabei eine Vorreiterrolle einnehmen, erklärte deren Interessenvertretung in Berlin. Der Verband hat für die Mitglieder eine Liste zusammengestellt, die bei der Vorbereitung helfen soll. Darin geht es um Fragen der schrittweisen Öffnung, Begrenzung der Besucherzahlen, Besucherführung, Zeitfenster für Risikogruppen oder erweiterte Öffnungszeiten. So könnten Museen ihre Türen wieder öffnen und gleichzeitig zur Eindämmung des Coronavirus beitragen, hieß es. Der Museumsbund forderte die Politik und die Träger der Häuser auf, die Umsetzung der Maßnahmen finanziell zu unterstützen.

+++ Die Internetplattform "Opera Vision" zeigt trotz der derzeitigen Schließung der meisten europäischen Opernhäuser mehrmals in der Woche eine Oper. Finanziell unterstützt wird das Projekt von der EU-Kommission. An diesem Samstagabend um 19.00 Uhr steht etwa die Oper "La Boheme" von Giacomo Puccini aus der Komischen Oper Berlin auf dem Programm. Die Opern stehen anschließend in der Mediathek zur Verfügung. 

+++ Selbständige und Kleinunternehmer können in Nordrhein-Westfalen jetzt wieder Corona-Soforthilfen des Landes beantragen. Das Wirtschaftsministerium hatte das Programm vor Ostern gestoppt, weil Betrugsfälle aufgedeckt worden waren. Dabei wurden über gefälschte Internetseiten Daten von Antragstellern abgegriffen und mit falschen Kontoverbindungen an das Ministerium weitergeleitet. Ressortchef Pinkwart betonte, darum solle nun jeder ausschließlich die Seite "soforthilfe-corona.nrw.de" nutzen. Künftig werden dann die angegebenen IBAN-Nummern mit denen verglichen, die bei den Behörden hinterlegt sind. Das Verfahren bleibe komplett digital, die Auszahlungen würden kommende Woche fortgesetzt.

+++ Sachsen hat als erstes Bundesland für den öffentlichen Nahverkehr sowie für den Einzelhandel eine Maskenpflicht beschlossen. Die Regelung gelte von Montag an, sagte Ministerpräsident Kretschmer nach einer Kabinettssitzung in Dresden. Zur Abdeckung von Nase und Mund müsse es keine teure FFP2-Maske sein. Es reiche auch ein einfaches Tuch oder ein Schal, betonte der CDU-Politiker. Mehr zu den unterschiedlichen Schutzmasken können Sie in diesem Beitrag lesen.

+++ Mehrere Bundesländer haben klargestellt, dass eine Verkürzung der Sommerferien wegen der Coronakrise nicht zur Debatte steht. So sagte Nordrhein-Westfalens Schulministerin Gebauer der Deutschen Presse-Agentur, solche Erwägungen gebe es in ihrem Ressort nicht. Auch die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Hubig schloss kürzere Ferien für ihr Bundesland aus. Bundestagspräsident Schäuble hatte kürzere Sommerferien ins Gespräch gebracht. 

+++ Die Grundlagen für die Einschränkungen wegen der Corona-Krise sind bundesweit einheitlich, aber alle Länder legen sie etwas unterschiedlich aus. Was in welchem Bundesland gilt, haben wir zusammengefasst.

+++ Bund und Länder wollen ab kommende Woche ein Konzept erarbeiten, wie die Kitas in Deutschland schrittweise wieder geöffnet werden können. Bundesfamilienministerin Giffey erklärte nach einer Telefonkonferenz mit ihren Länderkollegen, es gehe um die Zeit nach dem 4. Mai. Mehr dazu lesen Sie in dieser Meldung

+++ Auch bei den Schulen gibt es je nach Bundesland unterschiedliche Regelungen. Mehr dazu haben wir in unserem Beitrag "Wann öffnen die Schulen wieder" zusammengefasst.

+++ Der Konzern Galeria Karstadt Kaufhof geht gerichtlich gegen die Schließung seiner Filialen wegen der Corona-Pandemie vor. Das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht in Münster bestätigte den Eingang eines Eilantrages gegen die Coronaschutzverordnung. Das Gericht hat dem Land Nordrhein-Westfalen Gelegenheit zu einer Stellungnahme gegeben.

+++ Der Direktor des Robert Koch-Instituts, Wieler, bewertet die Entwicklung positiv. Die Bekämpfungsstrategie sei aufgegangen, so Wieler in der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Bundesgesundheitsminister. Der Anstieg der Fallzahlen habe sich verlangsamt und die Reproduktionsrate liege derzeit bei 0,7. Das bedeute, dass eine infizierte Person durchschnittlich weniger als einen Menschen mit dem Coronavirus anstecke.

+++ Der Ausbruch des Coronavirus in Deutschland ist nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Spahn inzwischen beherrschbar. Spahn sagte in der Bundespressekonferenz in Berlin, die Zahl der täglichen Neuinfektionen sinke weiter. Derzeit gesundeten jeden Tag mehr Menschen, als sich neu ansteckten. Deutschland schneide im internationalen Vergleich bei der Bewältigung der Krise gut ab, betonte Spahn.

+++ Der ehemalige Präsident der EU-Kommission, Juncker, kritisiert die mangelnde Solidarität der EU-Staaten in der Corona-Krise. Die Grenzschließungen seien den Bürgern nicht vermittelbar und würden bleibende Schäden zur Folge haben, sagte Juncker im Deutschlandfunk.

+++ Der Schweizer Pharmakonzern Roche will Anfang Mai einen Bluttest zur Diagnose der Lungenkrankheit Covid-19 in europäischen Ländern auf den Markt bringen. Roche beantrage auch eine Notfall-Zulassung in den USA, erklärte das Basler Unternehmen. Bis Juni solle die Produktionskapazität auf eine hohe zweistellige Millionenzahl hochgefahren werden.

+++ Zu Ansätzen für Medikamente oder Impfstoffe gegen das Coronavirus können Sie in diesem Beitrag mehr lesen.

+++ China hat die Zahl der Toten durch die Lungenkrankheit Covid-19 deutlich nach oben korrigiert. Den neuen Angaben zufolge starben landesweit mehr als 4.600 Menschen. Zuletzt war die Zahl der Toten für China mit rund 3.300 angegeben worden. Hintergrund seien revidierte Angaben aus der Provinz Wuhan, wo das Coronavirus zuerst aufgetreten war. 

+++ Der Staats- und Kirchenrechtler Heinig von der Universität Göttingen hat davor gewarnt, bei Lockerung der Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie die Religionsfreiheit zu vergessen. Es dürfe kein reines Primat der Ökonomie geben, sagte Heinig im Deutschlandfunk. Wenn eine Herrenboutique nun wieder öffnen dürfe, sei es schwer darstellbar, dass Gottesdienste, wo Abstandsregeln leicht umzusetzen seien, weiter verboten blieben.

+++ In Deutschland ist die Ansteckungsrate mit dem Coronavirus weiter gesunken. Laut Statistik des Robert Koch-Instituts steckt jeder Infizierte nunmehr weniger als einen weiteren Menschen an. Demnach beträgt die sogenannte Reproduktionsrate inzwischen bei etwa 0,7. In den vergangenen Tagen hatte der Wert bei eins oder leicht darüber gelegen, am Mittwoch mit 0,9 erstmals knapp darunter. RKI-Chef Wieler hatte wiederholt erklärt, dass man diesen Wert auf möglichst unter eins drücken müsse. Auch Bundeskanzlerin Merkel hatte betont, diese Marke sei mit Blick auf Lockerungen der Corona-Auflagen ein wichtiges Kriterium.

+++ Mehr zur Reproduktionsrate und weiteren wichtigen Kriterien haben wir in diesem Beitrag zusammengefasst.

+++ US-Präsident Trump hat sich für eine etappenweise Lockerung der Alltags-Beschränkungen in seinem Land ausgesprochen. Im Weißen Haus schlug er dazu einen Mehr-Stufen-Plan vor. Demnach könnten Lockerungen vorsichtig Schritt für Schritt und Bundesstaat für Bundesstaat erfolgen. Einen genauen Zeitrahmen gab Trump nicht vor.

+++ Der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung, Fuest, plädiert für gezielte Hilfen für Firmen in Not. Dagegen seien Steuersenkungen für alle und breit angelegte Konjunkturprogramme wenig sinnvoll, sagte der Münchner Wirtschaftsforscher im Bayrischen Rundfunk.

+++ Der Präsident der Bundesärztekammer, Reinhardt, fordert Menschen mit herkömmlichen Symptomen oder Schmerzen auf, nicht auf den Gang zur Praxis zu verzichten. Er sagte der "Rheinischen Post", es gebe eine Vielzahl von chronisch Erkrankten, die derzeit nicht in den Praxen erschienen, obwohl sie das normalerweise tun würden. Auch sei etwa die Zahl der Schlaganfall- und Herzinfarktpatienten in den Kliniken gerade rückläufig. Es sei zu befürchten, dass diese Menschen Praxen und Kliniken aus Angst vor dem Coronavirus meiden.

+++ Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft macht auf eine deutlich gestiegene Menge an Haushaltsmüll aufmerksam. BDE-Präsident Kurth sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", das Aufkommen sei in den vergangen Wochen um bis zu 20 Prozent angewachsen. Kontaktbeschränkungen und geschlossene Restaurants führten etwa dazu, dass wieder mehr zu Hause gekocht und gegessen werde


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